Film Foto Digitalisierung
kompetent, bezahlbar

Mein Hobby High End

Bei Dingen, die mir sehr wichtig sind, treibe ich es im Rahmen meiner Möglichkeiten gerne auf die Spitze. Bei mir sind es hauptsächlich zwei Sachen, Musik (hören) und Fotografie. Das Filmen rechne ich mit zur Fotografie, da die grundlegenden Dinge dieselben sind. Film ist ja nichts anderes als viele Bilder aneinandergereiht und ein vor Freude sprühendes Kindergesicht bei einer Aufführung geht mir als Bild genauso zu Herzen wie bei einem Eventfilm. Beides hat seinen eigenen Charme und ergänzt sich wunderbar, z.B. bei einer Hochzeit.

Andere Hobbys kamen und gingen, waren aber nie so wichtig, dass ich mir ein Leben ohne sie nicht vorstellen konnte. Die Fotografie entwickelte sich schon früh zu einer Art Sucht und ab meinem ersten guten Fotoapparat bin ich in meiner Freizeit selten ohne aus dem Haus gegangen. Aber hier soll es ja um die Musik gehen.

Musik hören begleitet mich seit meiner Geburt. Als jüngstes von fünf Kindern und schon drei Geschwistern im Teenie Alter lief unsere Grundig Musiktruhe einen großen Teil des Tages und spielte die typische Musik der 1960er Jahre. Die Musiktruhe hatte natürlich auch einen Plattenspieler und meine Geschwister investierten ihr Taschengeld gerne in neue Schallplatten. Besonders geprägt hat mich die zweite Phase der Beatles, die ich auch heute noch gerne höre.

Es sammelten sich im Laufe der Jahre viele LPs und Singles an und meine jüngste Schwester (3,5 Jahre älter) hat sich zur Konfirmation einen "guten" Plattenspieler von Dual gewünscht. Darauf durften die alten Platten natürlich nicht mehr abgespielt werden und so erbte ich im Alter von 10 Jahren ca. 60 LPs und jede Menge Singles, die ich dann nach Belieben über die Musiktruhe weiter gehört habe. Es war ja hauptsächlich Musik aus den 1960er Jahren und so recht konnte ich mich in der Schule nie mit den aktuellen Hits anfreunden.

Mit 16 habe ich dann meine erste "bessere" Anlage zusammengestellt. Plattenspieler und Verstärker von Universum sowie Selbstbaulautsprecher von Bühler. Dann konnte ich mir die ersten "guten" Lautsprecher von Pioneer (gebrauchte HPM-70) leisten und 1984 den ersten CD-Spieler von ITT - damit war ich schon ziemlich gut aufgestellt und im Freundeskreis der erste mit CD-Spieler.

Nun begann ich, mich öfters einfach mal so vor die Anlage zu setzten und konzentriert Musik zu hören - nicht nur nebenbei. Ein paar Jahre später investierte ich in einen Verstärker von Sony (TA-707 ES) und Focal (Onyx) Lautsprecher. Durch meinen zweiten Bildungsweg konnte ich mir dann aber viele Jahre nichts Neues leisten, nur fleißig CDs kaufen soweit die Mittel reichten. In meiner Zeit in Berlin kurz nach der Wiedervereinigung entwickelte sich Musik hören als mein liebstes Hobby und viele günstige CD-Läden und Flohmärkte ermöglichten mir auch mit wenig Geld immer am Ball zu bleiben. Zudem hatte ich viel Glück mit meiner 2er-Wohngemeinschaft, meine Vermieterin war oft nicht zu Hause und das Haus hatte sehr dicke Wände. Laut hören war kein Problem und es klang für meine Ohren schon ziemlich gut.

Nach der Ausbildung in Berlin (Techniker) war ich wieder in Lohn und Brot und nach einigen Jahren ging es finanziell bergauf. Mein Schlüsselerlebnis in Bezug auf High End hatte ich im Verlauf der 1990er Jahre. Meine Frau erhielt Besuch einer ehemaligen Arbeitskollegin und ihr Freund sah meine Anlage, wollte mal hören und sagte, da könne man klanglich bestimmt mehr rausholen. Er beschäftigte sich schon eine ganze Zeit mit hochwertigem Hi-Fi und zum Glück währte der Besuch ein paar Tage, da beide aus Stuttgart angereist waren. Am nächsten Tag haben wir dann mit dem Segen meiner Freundin (und heutigen Frau) das Wohnzimmer komplett umgestellt, um ideale Bedingungen für die Stereoanlage zu schaffen. In diesem Zuge konnten auch die Kabellängen für die Lautsprecher deutlich reduziert werden und die Anlage war klanglich nicht wieder zu erkennen. Ich investierte erstmals Geld in bessere Verkabelung (MIT) und jeder Schritt war gut zu hören.

Dann meinte ich, neue Lautsprecher haben zu müssen und bin wochenlang durch die Hi-Fi-Läden gezogen bis ich meine damaligen Traumlautsprecher, Hales Revelation 3, gefunden habe. Ich konnte ungestört in der Hi-Fi-Meile Hannover eine Stunde mit meinen Lieblings-CDs Musik hören und war völlig von den Socken - so einen Klang hatte ich bis dato noch nicht gehört und nun hatte mich der Highend-Virus endgültig befallen.

Zum Glück lief es auf meiner Arbeit damals sehr gut und so standen die Hales R3 einige Monate später bei uns zuhause, die Focal Onyx hat ein Freund gekauft. Nur klang es nicht wirklich besser und ich musste schmerzhaft erkennen, dass Lautsprecher nur das wiedergeben können, was vorne hineinkommt. Die Raumakustik mal außen vor. In der Hi-Fi-Meile liefen die Hales über eine sündhaft teure Kette von Mark Levinson mit Verkabelung zum Preis eines Kleinwagens bei bester Raumakustik und Stromaufbereitung (Trenntrafos). Zu dieser Zeit, späte 1990er Jahre, klangen CD-Spieler meist noch sehr steril und kalt, weshalb „echte“ Highender lange der Schalplatte treu geblieben sind bzw. immer noch sind. Mark Levinson war zu dieser Zeit einer der wenigen Hersteller, die CD-Spieler nahe an der Klangqualität hochwertiger Plattenspieler baute.

Meine nächste Investition war nun ein hochwertiger CD-Spieler von Sony (CDP-50 ES), der im Laufe der nächsten Jahre immer weiter von Haegermann Audiolabs getunt wurde und am Ende ziemlich genial klang. Ein Umzug eröffnete neue Möglichkeiten in Bezug auf Raumakustik, da ich nun eine eigenes Musikzimmer im Keller hatte. So richtig gut wurde es in Bezug auf die Raumakustik nachdem ich mehrere Stunden bei Phonosophie in Hamburg war und Herr Hansen mir eine Skizze gemacht hat, wie er die Anlage aufstellen würde. Eigentlich hatte ich mich für einen Verstärker interessiert, es sind dann aber nur neue NF-Kabel geworden. In der Hi-Fi-Meile kaufte ich eine gebrauchte Mark Levinson Endstufe (ML 27). Nach einigen Monaten mit diesem Verstärker von Mark Levinson, der mich nie so recht begeistern konnte, schloss ich versuchsweise mal wieder meinen Sony an und musste feststellen, dass dieser klanglich schon sehr dicht rankommt. Nun war der ML nur über die regelbare Ausgangsstufe des Sony CDP-50 angeschlossen, mit einer Vorstufe von ML wäre das Ganze mit Sicherheit deutlich besser geworden. Nun denn, ich habe den ML verkauft und nach vielen Hörsitzungen in diversen Hi-Fi-Läden einen RG 10 MK III von Symphonic Line gekauft. Das war nun eine andere Nummer und meine Kette machte einen großen klanglichen Sprung.

Das nächste auf meinem Plan waren bessere Kabel, ich hörte immer noch mit der Kombi NF von Phonosophie und LS von MIT. Dann fuhr ich in die Hi-Fi-Meile und als guter Kunde bekam ich vier Sätze hochwertiger (eingespielter) Verbinder NF + LS mit. Die große MIT-Kombi hätte damals 11.000 DM kosten sollen! Aber so richtig viel besser klang keiner der Kabelsätze und innerlich schob ich sehr teure Kabel in die Voodoo Ecke. Es ließ mir aber keine Ruhe und in einer STEREO (Magazin) stieß ich auf Kabel von Jürgen Hensler (JH88) und so nahm ich mit Jürgen Kontakt auf und konnte seine geschickten Kabel mit den von der Hi-Fi-Meile vergleichen. Selbst der oben besagte Satz von MIT hatte gegen die JH88 klanglich so was von keiner Chance und ich brachte die Kabel zurück und bestellte mir JH88 (NF + LS). Auch teuer aber in Bezug auf die Performance unglaublich günstig. Ab diesem Zeitpunkt würde ich meine Kette als High End bezeichnen und ich hatte das Jahre vorher in der Hi-Fi-Meile gehörte Niveau mit meinen Hales erreicht. Auf diversen Hi-Fi-Messen konnte ich jedenfalls keine Anlage mehr hören, die an meinen Klang zu Hause rankam. Gut, unter Messebedingungen. Bei mir zu Hause hätten sicher einige der Ketten schon noch mal deutlich besser gespielt und meine Kette sicherlich auch übertroffen.

Ich war ziemlich zufrieden und hörte über Jahre mit dieser Kette. Ein Update meines Verstärkers von Rolf Gemein brachte nochmals einen deutlichen Schub und 2005 kauften wir unser Haus, auch nach klanglichen Gesichtspunkten. Das Wohnzimmer hatte eine sehr gute Raumakustik, jedoch zwei Ebenen und so hatte ich nur wenig Platz für die Lautsprecher in Bezug auf den Hörabstand. Es klang abermals besser als im vorherigen Haus aber eigentlich waren die Hales zu groß und bei wandnaher Aufstellung schon sehr Bass lastig. Ich tüftelte lange an der Aufstellung der Lautsprecher und bekam die Hales ganz gut in den Griff.

Auf der World of Hifi 2007 hörte ich mir mit einem Freund zusammen viele Ketten an, aber begeistern konnte mich nur eine unbezahlbare Kette von MBL (Radialstrahler) und eine kleine günstige Kette mit Lautsprechern von Martion namens Bullfrog. Obwohl wir im völlig überfüllten Raum nur noch am Rand ganz hinten standen, klang es wie ein Livekonzert. Holger Barske führte an Röhrenelektronik und Schallplatte vor und Johnny Cash saß plötzlich da vorne und gab "One" zum Besten. Ich ging dann zu Herrn Martion und wir sprachen eine Weile. Eigentlich wollte ich nochmal Geld in einen neuen CD-Spieler stecken aber Herr Martion riet mir, mich mit Hi-Fi über Computer zu beschäftigen. Das tat ich und zu dieser Zeit hatte ich aufgrund eines Leserberichtes von mir (Thema Raumakustik) Kontakt zum neu gegründeten Onlinemagazin fairaudio, die mir einen Test anboten.

Ich testete für fairaudio einen der ersten USB-Wandler, den PS Audio Digital Link DL III und tatsächlich kam er klanglich an meinen CD-Spieler von Sony ran. Nach einigen Vergleichen verschiedener DACs entschied ich mich für einen DAC von Aqvox mit dem ich lange hörte und der CD-Spieler wurde verkauft. Dann las ich über die Audiosoftware JRiver mit der mein Computer-Hi-Fi nochmals einen Sprung machte und ein erstes besseres USB-Kabel von Wireworld brachte weitere deutliche Vorteile in Sachen Klang. Noch einmal deutlich besser wurde es mit dem MyDDC (SE) von Aqvox, der ein Reclocking durchführt und das Signal an den DAC über Koax weiter reicht. Das klappt deshalb so gut, weil der MyDDC mittels spezieller Treiber (ASIO) über die Software Musiland in JRiver eingebunden wird und ein sehr reines Signal generiert. Der Wandler bekommt somit ein exakt getaktetes Signal, nahezu jitterfrei. Am Aqvox war es schon deutlich zu hören und auch den iDSD Micro von iFi habe ich so betrieben, da es deutlich besser als über USB direkt klang.

2012 lieh ich mir einen hochwertigen Kopfhörer von Audezé, den LCD-2. Ein Freund von mir brachte den HD800 von Sennheiser mit und wir verglichen stundenlang, der Audezé war besser und so kaufte ich diesen tollen Kopfhörer. Nun hörte ich fast nur noch über Kopfhörer und meine Lautsprecher kamen mir nun zu unausgewogen vor, sicherlich auch aufgrund des geringen Wand- und Hörabstandes. Ein Mehrwegesystem, wo die Lautsprecher nicht in einem zentralen Punkt sitzen, braucht immer ein wenig mehr Abstand, damit alle Töne aus den verschiedenen Lautsprechern zeitgleich an den Ohren ankommen. Das menschliche Gehör nimmt Unregelmäßigkeiten in der Zeitrichtigkeit sehr schnell negativ war.

Da mir die Bullfrog nie aus dem Kopf gingen, vereinbarte ich einen Termin mit Herrn Martion. Die Bullfrog stellen als Koaxialsystem eine Punktschallquelle (zeitrichtige Wiedergabe) dar und gelten als sehr aufstellungsunkritisch. Der Termin lag noch ein paar Monate in der Zukunft, so schaute ich parallel nach gebrauchten Bullfrogs und wurde nach einiger Zeit fündig. Ich fuhr hin und sie klangen an einer wirklich nicht sehr hochwertigen Kette schon ganz nett. Ich wagte es und nahm sie mit. Nach einigen Stunden des korrekten Ausrichtens und Aufwärmen klangen sie einfach umwerfend und so einen Klang hatte ich bei uns zuhause nicht für möglich gehalten. Ich verglich in der ersten Zeit immer mal wieder mit dem LCD-2, beide waren tonal identisch, nur brachten die Lautsprecher viel mehr Räumlichkeit rüber. Irgendwann hörte ich kaum noch mit Kopfhörer, 2015 verkaufte ich diesen wieder und steckte über die Jahre immer wieder sehr dosiert Geld in meine Kette. Ein abermals besseres USB-Kabel, ein besseres Koax-Kabel, ein neuer DAC, zwei weitere Updates meines RG10 von Symphonic Line. Jeder Schritt war signifikant zu hören.

Den Termin mit Herrn Martion habe ich dann doch noch wahrgenommen und seinerzeit (2012) einen Leserbericht auf fairaudio darübergeschrieben. Bei Probehören in Berlin lernte ich den äußerst sympathischen Herrn Martion kennen, war später nochmal zwei Tage bei ihm und 2017 traf ich ihn auf einer Hausmesse in Lemgo bei Klangmeister. Nach der Vorführung ergab sich die Gelegenheit, mit ihm und Joachim Gerhard (ein weiterer "Boxen-Guru") noch ein Stündchen zu plauschen. Sehr nett!

Ende 2018 las ich in einer meiner Online-HiFi-Zeitungen einen Bericht über einen "Non Oversampling Digital-Analog-Wandler" von Audio-Optimum, den NOS-DAC 2. Über diese Art von Wandlern las ich schon einige Jahre immer mal wieder und hatte mir schon ein gedankliches Häkchen im Kopf gemacht: Wenn ich mal im Lotto gewinne, höre ich mir so einen DAC mal an. Nun, die Firma Audio-Optimum sitzt in Recklinghausen und ihr Hauptgeschäft ist der Bau von aktiven Studiomonitoren. Der Entwickler Stefan Wehmeier war mit dem Klang üblicher Wandler nicht zufrieden und hat einen eigenen DAC auf Basis des Wandler-Chips Philips TDA1543 entwickelt, den NOS-DAC. Dieser Chip kommt auch in anderen hochgelobten Wandlern zum Einsatz, als Beispiel sei hier der CAD DAC 1543 von Computer Audio Design genannt.

Der NOS-DAC 2 aus dem Test verfügt über mehrere Eingänge, einen Kopfhöreranschluss und Vorverstärker, um die eigenen Lautsprecher exzellent anzutreiben. Zwischen PC und DAC wird zudem eine Schnittstelle benötigt, damit der Wandler ein möglichst jitterfreies Signal angeliefert bekommt. Das hatte ich ja bereits und so schien der NOS-DAC (1) ohne Vorverstärker und Kopfhörerbuchse ideal für einen Test in meiner Kette zu sein. Ich nahm Kontakt mit der Firma CM-Audio auf, welche die Produkte von Audio-Optimum vertreiben und unverbindliche Tests anbieten. Großes Lob an CM-Audio, besser geht es nicht und nach kurzem Abstimmen war das Testpaket zuhause. Erst mal Funktionstest - iFi ab und NOS-DAC ran = läuft. Ein kurzer Höreindruck des bei deutlichen Minusgraden angelieferten DACs war zwar noch keine Offenbarung aber es klang schon anders als der ifi. Also erst mal zwei Stunden mit Einspielsignalen befeuern und dann nochmal hören. Oh, eine neue Welt tut sich auf! Nach einigen Stunden intensiven Hörens war mir klar, dass dieser kleine, schwere Kerl bleiben muss - ein zurück auf den iDSD Micro kann es nun nicht mehr geben.

Am nächsten Tag hatte ich abends Gelegenheit noch ein Stündchen zu hören und der Klang ist noch besser geworden. Ich rechne bei bereits eingespielten Komponenten oder Kabeln immer mit drei Tagen, bis sie komplett "angekommen" sind, bei neuen Geräten/Kabeln dauert es oft sehr lange, bis das endgültige Niveau erreicht ist. Für das kommende Wochenende konnte ich einen langen Musikabend einplanen, da meine Frau "Mädels Abend" hatte. Bis dahin ließ ich den DAC einfach an und am Samstag bereits ab morgens zusammen mit den anderen Komponenten warmlaufen. Ich stelle eh nur die Endstufe ab, die Vorstufe bleibt immer an.

Was ist ein NOS-DAC? Dieser DAC kommt ohne das übliche Oversampling aus und vermeidet die dadurch entstehenden Probleme was zu einem natürlicheren Klang vergleichbar mit der Schallplatte führen soll, so die Verfechter dieses Prinzips. Warum und wie das Hochtakten der Signale entstanden ist, kann sehr detailliert auf der Homepage von Audio-Optimum nachgelesen werden. Suchen Sie bei Interesse auch nach der Abhandlung "Digital/Analog-Konverter Techniken" von Alexej C. Ogorek von DRS, er erklärt die verschiedenen Wandlertypen auch für technisch nicht so Interessierte sehr verständlich.

Die Entscheidung ist eigentlich schon am ersten Abend gefallen aber nun nach drei Tagen sollte der NOS-DAC seine Feuertaufe bestehen. Der ifi iDSD Micro war über SPDIF jitterarm angesteuert und mit externem Netzteil sowie top Verkabelung schon wirklich gut aber erst der NOS-DAC von Audio-Optimum zeigt, was aus einem profanen Büro-PC ohne jegliche Umbauten möglich ist. Na ja, der PC ist zwar original aber alleine die Strecke vom PC zum DAC kostet (zusammen mit dem Jitterbug) fast genau einen Tausender.

Als erstes möchte ich nochmal auf den Kettengedanken eingehen. Eine Stereoanlage kann nur so gut klingen, wie das schwächste der Kette Glied es zulässt. Auch wenn ich im Moment keine schwachen Glieder in meiner Kette sehe, so wird es mit Sicherheit "Glieder" geben, die noch kräftiger möglich sind. Damit will ich deutlich machen, dass der NOS-DAC im Moment nur das zeigt, was unter den jetzigen Bedingungen möglich ist. Wieviel er noch "mehr" kann, finde ich eventuell in den nächsten Jahren raus. Interessant wäre mal so ein richtig gutes CD-Laufwerk ...

Wer ein gutes High End CD-Laufwerk / CD-Spieler hat und aus der Nähe kommt ... einfach mal Kontakt aufnehmen.

Wenn ich im Lotto gewonnen hätte (ich spiele tatsächlich seit vielen Jahren zwei Kästchen mittwochs und samstags) und mir für 9000,- € den CAD DAC 1543 gekauft hätte, wäre ich bei dieser Performance alles andere als enttäuscht gewesen und hätte die 9000,- € als vorzügliche Investition gesehen. In Foren habe ich Hinweise gefunden, dass der NOS-DAC dem CAD DAC 1543 klanglich sogar überlegen sein soll.

Was als Erstes beim Klang auffällt, sind die deutlich höheren Unterschiede zwischen den Aufnahmen. Manche Aufnahmen klingen ähnlich wie ich sie kenne, jedoch keinesfalls schlechter. Bei den meisten Aufnahmen sind signifikante Unterschiede zu hören. Ich habe einfach mal meine Favoritenliste in zufälliger Reihenfolge laufen lassen, alle Aufnahmen kenne ich sehr gut und höre diese Lieder tlw. seit Kind an. Ich habe bewusst erst mal keine "Referenzaufnahmen" gespielt um ihn mir "schön" zu hören, sondern einfach querbeet. Je nach Aufnahme nochmals gesteigerte Räumlichkeit bei noch schärferer Lokalisation. Viele kleine Versatzstücke in den einzelnen Liedern habe ich vorher in der Form noch nicht wahrgenommen und die Musik füllt mit spielerischer Leichtigkeit den Raum aus. Als nächstes habe ich Lieder gewählt, die ich mir vorher aus klanglichen Gründen nur sehr selten angehört habe und teilweise echte (positive) Überraschungen erlebt. Referenzaufnahmen sind dann ein Traum und fast unmerklich stelle ich das Atmen ein, um ja keine winzige Nuance zu verpassen.

Nun schönt der NOS-DAC aber in keiner Weise und natürlich kann er aus einer miesen Aufnahme keine Referenzaufnahme machen. Er soll eigentlich gar nichts mit der Aufnahme machen, sondern sie möglich unverfälscht wiedergeben. Das macht er und es führt auch bei schlechteren Aufnahmen zu deutlich weniger Stress, der sich ab gewissen Lautstärken gerne mal einstellt und ich höre gerne laut. Dieser Stress entsteht, so vermute ich jedenfalls, wenn Klänge durch unnatürliche Veränderung nicht mehr der Wirklichkeit entsprechen. Haben Sie schon ein Livekonzert (ohne Verstärker) sehr dicht bei den Musikern gehört und der Trompeter bläst Ihnen fast das Trommelfell weg? Oder einem Saxophonspieler in der Fußgängerzone? Einen Geiger in der Bahnhofshalle? Auch wenn man sehr dicht steht und es ziemlich laut ist, nervt der Klang nicht. Ganz anders schon bei Livekonzerten typischer Bands mit Verstärkern und Lautsprechertürmen, bei einigen Konzerten wollte ich nur noch schreiend rausrennen und habe mich lieber ganz nach hinten gestellt. Gerade bei kleinen Konzerten in Kneipen sind die Verstärker oft überlastet und nach einer gewissen Zeit wird der Klang unerträglich. Ich denke, unsere Wahrnehmung reagiert schnell mit Stress, wenn Klänge nicht natürlich wiedergegeben werden. Hier punktet der NOS-DAC und bringt ihn vermutlich dem Klang einer vorzüglichen Analogwiedergabe über Plattenspieler so dicht wie es nur ganz wenige Wandler schaffen. Mangels Vergleichsmöglichkeit kann ich natürlich keine Aussage treffen aber es würde mich nicht wundern, wenn die "CD" mit diesem DAC die Platte klanglich überholt hat. Das versprach man uns doch schon 1982. Ach so, habe ich schon erwähnt, dass er nur bis CD-Auflösung wandeln kann. Warum stört mich das überhaupt nicht?

Dazu eine kleine Anekdote: Meine einzige hochauflösende Aufnahme ist das Debütalbum von The Velevet Underground. Leider konnte ich sie in JRiver nicht auf CD-Format wandeln, nur MP3 und die anderen möglichen Formate mochte der NOS-DAC nicht. Also habe ich davon in JRiver eine CD gebrannt und diese dann wieder eingelesen. Ich kenne die Platte sehr gut aber habe sie in dieser Klangpracht noch nicht erlebt. Noch Fragen?

Ich habe Samstag einen echten Hörmarathon hingelegt und ein schwer zu beschreibendem Wechselbade an Gefühlen durchlebt. Diese Steigerung hätte ich an meiner doch eigentlich perfekten Kette nicht für möglich gehalten. Gratulation nach Recklinghausen! Und vielen Dank an CM-Audio für die Testmöglichkeit und die problemlose Kaufabwicklung - ich konnte ihn unmöglich wieder zurückschicken.

Nach einiger Zeit habe ich dann meine vorhandenden und auch das zum DAC zugehörige SPDIF-Kabel gegen das im Einsatz befindliche Oyiade getestet. Das Audio-Optimum war natürlich nicht eingespielt aber meist erkennt man bei frischen Kabeln zumindest das Potential - auch wenn sie noch eher harsch klingen. Die anderen beiden 75 Ohm KOAX-Kabel waren von Aqvox und Hensler. Jede Strippe fiel mehr oder weniger deutlich ab und so bleibt das Oyiade in der Kette. Es zeigt aber, dass im Bereich der Kabel bestimmt noch Klang zu holen ist. Fragt sich nur, zu welchem Preis?

Mein Verstärker stand bis vor dem letzten Update auf Füßen von Ceraball von Finite Elemente. Nach dem Update und wochenlangen Einspielen auf eigenen Füßen habe ich ihn dann wieder auf die Ceraballs gestellt und keine Unterschiede feststellen können. Auch der NOS-DAC förderte keinerlei Unterschiede zu Tage und nun darf er nun nach vielen Jahren wieder "auf eigenen Beinen" stehen. Mehr so aus eine Laune heraus stellte ich den NOS-DAC mal auf die Ceraballs, was schon sehr merkwürdig aussieht und ziemlich wackelig ist. Es sind keine Welten aber nach einigem hin- und hervergleichen durchaus gut hörbar. Er zeichnet noch etwas akkurater und sauberer mit einem Tick mehr Luft zwischen den Instrumenten. Die eigenen Füße habe ich abgeschraubt und die Ceraballs mit einem winzigen Stück Powerstrip am Gehäuse fixiert, so steht er sicher auf seiner 3-Punkt-Lagerung.

Durch die neuen Hörerfahrungen war ich nun wieder "angefixt" wie seit vielen Jahren nicht mehr. Gerade die positiven Erfahrungen mit der Lagerung des DACs auf den Ceraballs zeigten mal wieder, wie der Klang durch vermeintliche Kleinigkeiten zu steigern ist. Wo drüber ich schon öfters gelesen aber tatsächlich nie weiter verfolgt hatte, ist das "high-endige" Rippen der CDs. Gut, jede CD wird vor dem Rippen mit Reinigungsbenzin gesäubert und anschließend mit einem Black-Forest-Duster von elektromagnetischen Störungen befreit. Die Geschwindigkeit des Einlesens habe ich immer JRiver überlassen und tatsächlich drosselt die Software die Geschwindigkeit teilweise deutlich herunter und liest schwierige Stellen mehrmals. Am Ende noch der Abgleich der eingelesenen Daten mit Onlinedatenbanken wo eventuell fehlende Informationen eingeholt und ergänzt werden - besser geht es doch nicht, oder?

In einer alten Hifi-Digital Zeitung fand ich einen Artikel über das Thema "So holen Sie alles raus", der mich doch nachdenklich werden ließ. Zeitgleich mit meinem neuen DAC äußerte meine Frau den Wunsch, unsere CDs wieder greifbar zu haben um sich auch mal wieder welche mit ins Auto nehmen zu können. Da mein "neues" Auto auch nur einen CD-Wechsler hat, war ich von der Idee begeistert und wir ließen uns von einem Freund zwei CD-Regale auf Maß anfertigen. Kurz bevor das erste Regal fertig war, lass ich den o.a. Artikel und stieg tiefer ins Thema ein. Eigentlich wollte ich nur eine CD als Vergleich mit einfacher Geschwindigkeit rippen und als WAV statt als FLAC abspeichern um eventuelle Klangunterschiede festzustellen. Im Artikel ist aber auch die Rede von Klangunterschieden zwischen PC-Laufwerken und so schien mir ein Vergleich mit nur geringerer Einlesegeschwindigkeit nicht zielführend. Aus der Erinnerung wusste ich, dass Aqvox immer ein Laufwerk im Programm hatte, welches speziell auf high-endiges Rippen spezialisiert ist. Mittlerweile haben sie zwei Laufwerke im Programm, die nicht unbedingt als "Schnapper" zu bezeichnen sind. Auf eBay war zu dieser Zeit eines zum Verkauf angeboten aber beim Bieten bin ich bei 300,- € ausgestiegen.

Natürlich ließ mir das Thema keine Ruhe und nach einiger Suche bin ich auf ein Video von einer Veranstaltung im Jahre 2018 des High End Kolleg gestossen. Hier berichtet Manfred Diestertich (Audio Physic) über seine Erfahrungen mit Rippen von CDs und gibt auch Tipps zu einem Laufwerk von Pioneer. Da die Kosten überschaubar sind und ein externes Bluray-Laufwerk schon länger auf meiner Wunschliste stand, habe ich es mir bestellt. Da er auch von Einflüssen der Stromversorgung sprach, habe ich mir ein externes Netzteil bestellt und auch ein Adapterkabel, um eines meiner vorhandenen Netzteile von Aqvox verwenden zu können.

Ich habe alles mögliche probiert, verschiedene Software und Laufwerke, Laufwerke entkoppelt, verschiedene USB-Kabel ... Nach einer Woche habe ich aufgegeben, ich konnte keine Unterschiede hören. Irgendwann werde ich mal zwei CDs zu Aqvox senden, um sie rippen zu lassen - bin gespannt. Aber das ganze war dann doch nicht umsonst, zum einen habe ich jetzt ein schönes Bluray-Laufwerk für mein Laptop und das ganze Hin- und Her hat klanglich letztendlich doch etwas gebracht ...

Zum Entkoppeln der Laufwerke habe ich meine Blotevogel ST-R5 aus meiner Kramkiste geholt. Als ich alle Versuche wieder abgebrochen hatte und diese gerade wieder in die Kramkiste legen wollte, habe ich diese mal probehalber unter das Netzteil des Vorverstärkers gestellt. Tja, auch keine Welten aber im Gegensatz zum meinen Ripping-Testlauf ein hörbarer Unterschied. Das schwere Netzteil vom RG10 steht neben dem Ofen auf einer Glasplatte und scheint von der Entkopplung wirklich zu profitieren. Dieser Eindruck hat sich in den folgenden Wochen manifestiert, sehr schön und "Ende gut, alles gut". Aber es ist ja nie zu Ende ...

In Celle gibt ein Geschäft namens Gajah (Indisch = Elefant). Dort gibt es neben vielen schönen Dingen auch regelmäßig kleine Konzerte. Es gibt pro Konzert ca. 50 Karten, mehr Platz ist nicht vorhanden und wenn man früh genug dort ist, beste Sitzplätze. Viele haben "Angst", sich zwei Meter vor die Musiker zu setzen aber aus klanglicher Perspektive natürlich der Hammer. Da die Gruppen ohne Verstärker spielen, kann ich dort meine Ohren immer mal wieder so richtig einnorden. Beim Konzert von Di Chuzpenics im Februar 2019 (gaanz toll) hätte ich bei geschlossenen Augen nicht sagen können, ob ich live höre oder zuhause vor meiner Anlage sitze - passt! Nach dem Konzert haben wir noch ein wenig mit den Musikern geklönt. Vielen Dank für die gewonnene CD und liebe Grüße nach Kiel.

Durch den guten Effekt bei der Entkopplung des Netzteiles vom Verstärker habe ich im Netz nach gebrauchten Blotevogel CD-STR5 gesucht und bin nach einigen Wochen bei Ebay-Kleinanzeigen auf einen Satz zum vernüftigen Preis gestoßen. Der Verstärker an sich hat ja auch ein internes Netzteil für die Endstufen und warum sollte dieser nicht auch von der Entkopplung profitieren? Die Ceraballs konnten mich nach dem Tuning vom RG10 ja nicht mehr überzeugen und so bekamen die String-Untersetzer ihre Chance. Damals gekauft hatte ich sie übrigens für meinen Sony CDP-50ES wo sie auch einen deutlich positiven Eindruck hinterlassen haben. Soweit ich mich erinnere, fühlte sich mein erster DAC von Aqvox auf Ceraballs wohler und die Blotevogel wanderten in die Kramkiste.

Da mein Verstärker unten im Regal steht und auch nicht allzuviel Platz drumherum ist, musste ich die Füße ankleben und den Verstärker dann komplett vorsichtig reinheben. Da die Füße vom Verstärker etwas zu kurz sind, wurden diese mit Filzklebepads entsprechend verlängert. Filz soll sich sehr gut für das Entkoppeln eignen und so bleiben auch die STR5 unbeschadet, falls mal ein Rückbau ansteht. Übrigens sehen diese Füße so richtig sch.... aus und das ist vermutlich auch der Hauptgrund warum sie sich nie großflächig durchgesetzt haben. Bei mir spielt die Optik nur eine untergeordnete Rolle und für besseren Klang opfere ich gerne Optik, zumal ich beim Musikhören eh die Augen zu mache. Die STEREO (5/2002) hatte den CD-STR5 damals beste Noten gegeben und besonders die Durchzeichnung nahm gemäß "Zeigt her eure Füße" deutlich zu und im oberen Bereich verschwanden letzte Rauigkeiten (z.B. bei Streichern) - besonders Endstufen auf dem Boden halfen die Untersetzer ihrem Klang wortwörtlich auf die Füße, so Matthias Böde damals.

Der erste Eindruck an meiner Kette ist untenrum etwas schlanker mit mehr Durchzeichnung und obenrum cremiger. Also durchweg positiv, ich werde das ein wenig auf mich wirken lassen ...

Nach ein paar Tagen das erste intensivere Hören und ich war schon sehr erstaunt. Bisher hatte ich die ganzen Diskussionen über die Klangunterschiede von hochwertigen Komponenten aufgrund verschiedener Unterlagen für übertrieben gehalten. Natürlich konnte auch ich immer Unterschiede feststellen und habe früher sogar Basen mit Mischungen aus Quarzsand und Luftgewehrkugeln selbst gebaut und diese waren auch hörbar, doch Aussagen wie "ohne gute Basen ist High End nicht möglich" hielt ich doch für sehr übertrieben. Aber nun musste ich feststellen, wie groß der Einfluss auf den Klang ist. Beim DAC haben die Ceraballs ja auch einiges bewirkt.

Ich liebe richtig fetten Bass und meine zwei 38er hart aufgehängten Basslautsprecher in den Bullfrog können schon eine Menge Luft bewegen. Aber deutlich weniger Bass, nur weil mein Verstärker Filz unter seine originalen Füße bekommen hat und durch die Seilzugaufhängung komplett vom Untergrund entkoppelt ist? Gut, mit dem neuen DAC wurde es oft schon ein wenig zuviel des Guten aber ich hatte mich daran gewöhnt und nun dieses doch recht schlanke Klangbild ...

Warum ich sie nicht gleich wieder entfernt und in die Kramkiste geworfen habe, ist der deutlich hörbare Zuwachs an Detailauflösung und dieser schöne cremige Hochtonbereich. Ich habe gerade ein absolutes Lieblingsstück von Jay-Jay Johanson´s CD Opium: "I can count on you" - das höre ich meistens sehr laut und das Haus scheint kurz vor dem Einsturz zu stehen. Nun, der Bassbereich ist immer noch heftig aber überrollt einen nicht mehr so deutlich. Ich kann es noch lauter hören und diese sich im Zimmer verteilenden Soundschnipsel ohne auch nur einen Hauch von Schärfe bei wahnsinniger Auflösung lassen mich über das Thema "Aufstellung von Komponenten" völlig neu denken. Ich lasse mal Zeit ins Land gehen, die STEREO schrieb damals, dass eine weichere Einstellung der Blotevogel CD-STR5 den Grundtonbereich in Richtung wärmer und kräftiger verschiebe. Durch das hohe Gewicht meines Verstärkers werden die Seilzüge vermutlich etwas weicher werden und sich der Klang eventuell in nächster Zeit wieder etwas in "Bässer" verschieben - dann wäre es perfekt. Ich weiß, sage ich immer ...

Seit dem ich den neuen DAC von Audio Optimum habe, gab es immer mal wieder kurzzeitig Probleme bei der Tonübertragung. Das Signal war dann total verzerrt und das jeweilige Lied kaum noch zu erkennen. Beim Ab- und Anstecken aller Kabel habe ich eine lose Buchse am DDC von Aqvox als vermeintliche Fehlerquelle entdeckt und den Konverter zerlegt und die Buchse wieder festgemacht. Leider blieb der Fehler nach der Reparatur. Kurioserweise lief am ifi alles ganz normal und auch der DAC lief am Ausgang des Bluray-Players (Sony) völlig normal, wenn klanglich auch weit vom Klang über PC entfernt. Ein Telefonat mit  Norman Lübke ließ mich nochmal alle Kabel überprüfen, es blieb leider dabei. Er erwähnte aber auch, dass evtl. der PC selbst das Problem verursacht und so installierte ich die Software JRiver sowie den Aqvox-Treiber auf meinem Huawei Matebook X, schloss meine Festplatte mit der Musiksicherung an - und alles läuft als ob nix gewesen wäre!

Klanglich war es dicht dran aber noch nicht 100% "mein" Klang. Ich kaufte eine 500GB SSD von Samsung, verbunden direkt über USB-C mittels Oehlbach Evolution CC50, das einzige High-End-USB-C-Kabel, welches ich finden konnte. Trotzdem die Musik von der externen Festplatte laufend in den Arbeitsspeicher geladen wird, sind kleine klangliche Fortschritte wahrnehmbar. Der DDC hängt am anderen USB-C Ausgang, hier habe ich einen Adapter von Audioquest gekauft. Also USB-C-Ausgang Matebook, Adapter auf USB-A, dann Aqvox Low Noise und schließlich das USB-Kabel zum DAC von Oyiade. Schon besser aber so richtig gut wurde es, als ich die Seiten vertauscht habe, also die USB-Ausgänge für Festplatte und DAC. Das habe ich eigentlich nur gemacht weil praktischer, ohne jeglichen klanglichen Hintergedanken - nun klang es plötzlich wie befreit und nun, nach einigen Wochen auf keinen Fall schlechter als vorher - eher besser! Positiver Nebeneffekt - Musikhören ist jetzt ohne Wartezeit möglich. Mein vorheriger PC hatte noch keine SSD und 10 Minuten waren normal, bis ich Musikhören konnte. Bei Updates konnte das gerne mal eine Stunde oder länger dauern. Das Matebook X ist lüfterlos, sehr schnell und hat eine Akkulaufzeit von ca. 10 Stunden ohne Bildschirm. Bedienung läuft wie gewohnt über das iPad mittels JRemote. Als mögliche Verbesserung würde ich noch die Umrüstung des Low Noise Netzteiles sehen, so dass der Adapter ersetzt wird. Spreche ich mal mit Aqvox ...

Wie hat sich die Sache mit dem schlankeren Klang entwickelt? Nun, ich habe viel gehört und ja, bei einigen Stücken habe ich mehr Bass in Erinnerung aber ... viele Stücke gehen so tief runter, dass mehr Bass schwer vorstellbar ist. Der Bass ist eher präziser geworden und geht nur noch dort so richtig in den Keller, wo die Aufnahme es vorgibt. Vermutlich war vorher eine kleine Überhöhung im Frequenzgang, die nun verschwunden ist.  Das Gehör gewöhnt sich ja daran und mittlerweile gefällt es mir etwas schlanker ausgesprochen gut.

Ein paar Eindrücke noch vom DAC direkt am Ausgang des Bluray-Players. Sagen wir mal, ich hatte schlimmeres erwartet aber der Klang war doch deutlich unter dem gewohnten Niveau. Im Frequenzkeller eher ein brummiger Matsch, die Räumlichkeit sehr eingeengt und auch obenrum viel weniger Auflösung. In dem Zusammenhang habe mal wieder gemerkt, dass selbst der beste Plattenspieler nichts für mich wäre. Ich liebe die Abwechslung beim Musikhören und höre so gut wie nie auch nur zwei Lieder einer CD / Platte hintereinander. Gerade diese Wechsel beim Hören machen (neben dem Klang) für mich den Reiz eines gelungenen Hörabends aus.


Mit Stand 2019 höre ich folgendermaßen:

Hausanschluss Sicherungen (die 3 getrennten Phasen) hochreine Kupfersicherungen von AHP

Getrennte Schmelz-Sicherung im Sicherungskasten für die Anlage von AHP

Getrennte Zuleitung mit Stromdose von HMS

Die Strominstallationen wurden seinerzeit nach dem Hauskauf vom Elektriker durchgeführt

Stromleiste AFL von Fisch Audiotechnik

Performance-Netzkabel für Verstärker Vor- und Endstufe jeweils von Fisch Audiotechnik

Rack aus Birke Multiplex

Huawei Matebook X mit JRiver Musiksoftware, Musik wird aus Arbeitsspeicher gespielt

Musik abgelegt auf Samsung SSD T5 500 GB

Oehlbach USB-Kabel Evolution CC50 zwischen SSD und Matebook

Low Noise Netzteil von Aqvox am USB-Ausgang PC (speist den Aqvox MyDDC SE USB Konverter)

USB-C-Adapter von Audioquest

USB-Kabel Oyaide Continental 5s zwischen PC (hinter Low Noise Netzteil) und MyDDC

Aqvox MyDDC SE USB Konverter mit Software Musiland über ASIO-Treiber in JRiver eingebunden (sehr exakter Datentransfer mittels Bulk-Übertragung)

Oyaide Digitalkabel DR-510 zwischen MyDDC und Audio-Optimum NOS-DAC

Digital-Analog-Wandler Audio-Optimum NOS-DAC, gelagert auf drei Ceraballs von Finite Elemente

JH88 NF-Kabel von Jürgen Hensler zwischen DAC und Verstärker

Verstärker RG 10 MK IV Reference (2018) von Symphonic Line, Netzteil und Verstärker gelagert auf Blotevogel CD-STR5

JH88 LS-Kabel zwischen Verstärker und Lautsprechern

Lautsprecher Martion Bullfrog passiv - die ältere Version aber mit optimierter Frequenzweiche durch Martion (tiefere Ankopplung des Horns)

Optimierte Raumakustik sowie exakt auf den Millimeter aufgestellte Lautsprecher (Wandabstände, Einwinkelung).

Allgemeines zum Thema High End:

In den Augen der meisten Menschen werden wir als, sagen wir mal „wunderlich“ angesehen, so viel Geld in eine profane Stereoanlage zu investieren? Es ist sicherlich eine Sucht und eine kostspielige dazu, wenn man eine Highend-Anlage aufbauen will. Bei mir dauert diese Sucht fast mein ganzes Leben, ich habe schon fasziniert als 10-jähriger Tubular Bells von Mike Oldfield über Kopfhörer auf dem Plattenspieler meiner Schwester gehört und war begeistert. Von Highend war das natürlich weit entfernt aber für meine Ohren damals faszinierend.

In diesem Umstand liegt der Suchtfaktor begründet. Was für mich damals unglaublich gut klang, würde mir heute vermutlich ein kaltes Grausen bescheren. Das Gehör gewöhnt sich an schöneren Klang immer recht schnell und je besser die Kette spielt, desto feinsinniger reagiert es auf allerfeinste Änderungen. Leider wird die Luft nach oben immer dünner und gerade die letzten Prozent sind meist nicht mehr bezahlbar oder man muss sehr akribisch suchen, um bezahlbare Lösungen zu finden. Dadurch bleibt das Hobby so spannend und ich hoffe, mein Gehör spielt noch lange Zeit mit.

Ab und zu habe ich mal Freunde / Bekannte / Kunden zu Hause, die gerne mal in meine Kette reinhören möchten. Alle, ohne Ausnahme, waren sehr beeindruckt und konnten verstehen, dass man Musikhören als Hobby betreiben kann. Bei Interesse kontaktieren Sie mich.

High End ist ein einsames Hobby, da es in normalen Wohnräumen nur einen Sitzplatz gibt, wo der Klang ideal ist. Scheinbar gibt es daher in unzähligen Internetforen erbitterte "Grabenkämpfe", was das Beste sei, da ja jeder nur subjektiv den Klang seiner Anlage beurteilen kann.  Ähnlich wie in der Fotografie meinen viele, immer wieder das Neuste und vermeintlich Beste kaufen zu müssen. Oftmals stellen sie dann fest, dass die neue Kamera auch keine besseren Bilder macht oder der neue Verstärker auch nicht schöner klingt. Ich ticke da ein wenig anders und für mich steht immer die (subjektiv) wahrnehmbare  Qualität im Vordergrund. Bei Bildern ist das noch recht einfach, wenn meine Kunden (und ich) von den Bildern begeistert sind, scheint die Ausrüstung ja ihren Zweck zu erfüllen. Bei der Musik sind meine Ohren der Maßstab und nur mein Empfinden zählt. Ich hatte vor Jahren einen Freund zuhause, der die neuen Bullfrogs hören wollte. Sein Kommentar werde ich nicht vergessen und er zeigt, dass es nicht "die" beste Anlage geben kann: "Wenn ich so eine Anlage hätte, würde ich jeden Abend davorsitzen und Musik hören. Allerdings wird es auch Leute geben, denen das zu viel ist, man wird vom Klang ja förmlich erschlagen."

Wirkliche hörbare Fortschritte gab es in den letzten Jahren meiner Meinung nach hauptsächlich in der Digitaltechnik. USB- und SPDIF-Kabel, Reclocker, ASIO-Treiber, Wandler etc. werden permanent weiterentwickelt und auch bezahlbarer. Hier lohnt es sich tatsächlich, mal ab und an nach bezahlbaren Alternativen zu suchen. Leider gibt es dann kein Zurück mehr, der Klang brannte sich über die Jahre förmlich ins Gedächtnis ein und so werden vermeintlich feinste Unterschiede plötzlich für das eigene Empfinden riesengroß. Nur das zählt! Für einen Außenstehenden, der die Anlage und die Musik nicht oder nicht gut kennt, sind diese Unterschiede vielleicht völlig belanglos oder gar nicht wahrnehmbar.

Ich lese nach wie vor online ein paar Hifi-Zeitschriften, stöbere in Foren, besuche ab und an Messen und halte mich auf dem Laufenden. Wirklich neues kaufe ich aber nur noch selten und wenn, dann nach ausführlichem Test in meiner Anlage. An dieser Stelle bedanke ich mich bei allen, die mir ein so emotionales Musikerlebnis ermöglichen:

  • Holger Barske - Testbericht Martion Bullfrog in der STEREO und Vorführung der "Bulli" auf der World of Hifi in Hannover.
  • Rolf Gemein - sein RG10 begleitet mich nun bald 20 Jahre und hat einige Updates hinter sich, die ihn jedes Mal in höhere Klangsphären gebracht haben.
  • Jürgen Hensler - seine JH88 Kabel (NF+LS) sind ein bezahlbarer Traum, waren mein erstes Aha-Erlebnis in Sachen Kabel und haben bisher keinen Vergleich verloren.
  • Norman Lübke - von Aqvox kam mein erster DAC und hochwertige Digital-Kabel. Noch im Einsatz ist der Digital-Digital-Converter mit ASIO-Einbindung der den NOS-DAC exzellent ansteuert.
  • Heiner Basil Martion - seine Bullfrogs waren Liebe auf dem ersten Ohr und passen ideal in unser Wohnzimmer. Ein unheimlich netter Mensch mit einer Berufung.
  • Stefan Wehmeier von Audio-Optimum - sein NOS-DAC zaubert in der entsprechenden Konfiguration ein traumhaft "analoges" Klangbild.