Film Foto Digitalisierung
Thomas Sender

Mein Hobby High End

Hinweis: Dieser Blog wird regelmäßig fortgesetzt und ggf. auch mittendrin immer wieder mal modifiziert

Bei Dingen, die mir sehr wichtig sind, treibe ich es im Rahmen meiner Möglichkeiten gerne auf die Spitze. Bei mir sind es hauptsächlich zwei Sachen, Musik (hören) und Fotografie. Das Filmen rechne ich mit zur Fotografie, da die grundlegenden Dinge dieselben sind. Film ist ja nichts anderes als viele Bilder aneinandergereiht und ein vor Freude sprühendes Kindergesicht bei einer Aufführung geht mir als Bild genauso zu Herzen wie bei einem Eventfilm. Beides hat seinen eigenen Charme und ergänzt sich wunderbar, z.B. bei einer Hochzeit.

Andere Hobbys kamen und gingen, waren aber nie so wichtig, dass ich mir ein Leben ohne sie nicht vorstellen konnte. Die Fotografie entwickelte sich schon früh zu einer Art Sucht und ab meinem ersten guten Fotoapparat bin ich in meiner Freizeit selten ohne aus dem Haus gegangen. Aber hier soll es ja um die Musik gehen.

Musik hören begleitet mich seit meiner Geburt. Als jüngstes von fünf Kindern und schon drei Geschwistern im Teenie Alter lief unsere Grundig Musiktruhe einen großen Teil des Tages und spielte die typische Musik der 1960er Jahre. Die Musiktruhe hatte natürlich auch einen Plattenspieler und meine Geschwister investierten ihr Taschengeld gerne in neue Schallplatten. Besonders geprägt hat mich die zweite Phase der Beatles, die ich auch heute noch gerne höre.

Es sammelten sich im Laufe der Jahre viele LPs und Singles an und meine jüngste Schwester (3,5 Jahre älter) hat sich zur Konfirmation einen "guten" Plattenspieler von Dual gewünscht. Darauf durften die alten Platten natürlich nicht mehr abgespielt werden und so erbte ich im Alter von 10 Jahren ca. 60 LPs und jede Menge Singles, die ich dann nach Belieben über die Musiktruhe weiter gehört habe. Es war ja hauptsächlich Musik aus den 1960er Jahren und so recht konnte ich mich in der Schule nie mit den aktuellen Hits anfreunden.

Mit 16 habe ich dann meine erste "bessere" Anlage zusammengestellt. Plattenspieler und Verstärker von Universum sowie Selbstbaulautsprecher von Bühler. Dann konnte ich mir die ersten "guten" Lautsprecher von Pioneer (gebrauchte HPM-70) leisten und 1984 den ersten CD-Spieler von ITT - damit war ich schon ziemlich gut aufgestellt und im Freundeskreis der erste mit CD-Spieler.

Nun begann ich, mich öfters einfach mal so vor die Anlage zu setzten und konzentriert Musik zu hören - nicht nur nebenbei. Ein paar Jahre später investierte ich in einen Verstärker von Sony (TA-707 ES) und Focal (Onyx) Lautsprecher. Durch meinen zweiten Bildungsweg konnte ich mir dann aber viele Jahre nichts Neues leisten, nur fleißig CDs kaufen soweit die Mittel reichten. In meiner Zeit in Berlin kurz nach der Wiedervereinigung entwickelte sich Musik hören als mein liebstes Hobby und viele günstige CD-Läden und Flohmärkte ermöglichten mir auch mit wenig Geld immer am Ball zu bleiben. Zudem hatte ich viel Glück mit meiner 2er-Wohngemeinschaft, meine Vermieterin war oft nicht zu Hause und das Haus hatte sehr dicke Wände. Laut hören war kein Problem und es klang für meine Ohren schon ziemlich gut.

Nach der Ausbildung in Berlin (Techniker) war ich wieder in Lohn und Brot und nach einigen Jahren ging es finanziell bergauf. Mein Schlüsselerlebnis in Bezug auf High End hatte ich im Verlauf der 1990er Jahre. Meine Frau erhielt Besuch einer ehemaligen Arbeitskollegin und ihr Freund sah meine Anlage, wollte mal hören und sagte, da könne man klanglich bestimmt mehr rausholen. Er beschäftigte sich schon eine ganze Zeit mit hochwertigem Hi-Fi und zum Glück währte der Besuch ein paar Tage, da beide aus Stuttgart angereist waren. Am nächsten Tag haben wir dann mit dem Segen meiner Freundin (und heutigen Frau) das Wohnzimmer komplett umgestellt, um ideale Bedingungen für die Stereoanlage zu schaffen. In diesem Zuge konnten auch die Kabellängen für die Lautsprecher deutlich reduziert werden und die Anlage war klanglich nicht wieder zu erkennen. Ich investierte erstmals Geld in bessere Verkabelung (MIT) und jeder Schritt war gut zu hören.

Dann meinte ich, neue Lautsprecher haben zu müssen und bin wochenlang durch die Hi-Fi-Läden gezogen bis ich meine damaligen Traumlautsprecher, Hales Revelation 3, gefunden habe. Ich konnte ungestört in der Hi-Fi-Meile Hannover eine Stunde mit meinen Lieblings-CDs Musik hören und war völlig von den Socken - so einen Klang hatte ich bis dato noch nicht gehört und nun hatte mich der Highend-Virus endgültig befallen.

Zum Glück lief es auf meiner Arbeit damals sehr gut und so standen die Hales R3 einige Monate später bei uns zuhause, die Focal Onyx hat ein Freund gekauft. Nur klang es nicht wirklich besser und ich musste schmerzhaft erkennen, dass Lautsprecher nur das wiedergeben können, was vorne hineinkommt. Die Raumakustik mal außen vor. In der Hi-Fi-Meile liefen die Hales über eine sündhaft teure Kette von Mark Levinson mit Verkabelung zum Preis eines Kleinwagens bei bester Raumakustik und Stromaufbereitung (Trenntrafos). Zu dieser Zeit, späte 1990er Jahre, klangen CD-Spieler meist noch sehr steril und kalt, weshalb „echte“ Highender lange der Schalplatte treu geblieben sind bzw. immer noch sind. Mark Levinson war zu dieser Zeit einer der wenigen Hersteller, die CD-Spieler nahe an der Klangqualität hochwertiger Plattenspieler baute.

Meine nächste Investition war nun ein hochwertiger CD-Spieler von Sony (CDP-50 ES), der im Laufe der nächsten Jahre immer weiter von Haegermann Audiolabs getunt wurde und am Ende ziemlich genial klang. Ein Umzug eröffnete neue Möglichkeiten in Bezug auf Raumakustik, da ich nun eine eigenes Musikzimmer im Keller hatte. So richtig gut wurde es in Bezug auf die Raumakustik nachdem ich mehrere Stunden bei Phonosophie in Hamburg war und Herr Hansen mir eine Skizze gemacht hat, wie er die Anlage aufstellen würde. Eigentlich hatte ich mich für einen Verstärker interessiert, es sind dann aber nur neue NF-Kabel geworden. In der Hi-Fi-Meile kaufte ich eine gebrauchte Mark Levinson Endstufe (ML 27). Nach einigen Monaten mit diesem Verstärker von Mark Levinson, der mich nie so recht begeistern konnte, schloss ich versuchsweise mal wieder meinen Sony an und musste feststellen, dass dieser klanglich schon sehr dicht rankommt. Nun war der ML nur über die regelbare Ausgangsstufe des Sony CDP-50 angeschlossen, mit einer Vorstufe von ML wäre das Ganze mit Sicherheit deutlich besser geworden. Nun denn, ich habe den ML verkauft und nach vielen Hörsitzungen in diversen Hi-Fi-Läden einen RG 10 MK III von Symphonic Line gekauft. Das war nun eine andere Nummer und meine Kette machte einen großen klanglichen Sprung.

Das nächste auf meinem Plan waren bessere Kabel, ich hörte immer noch mit der Kombi NF von Phonosophie und LS von MIT. Dann fuhr ich in die Hi-Fi-Meile und als guter Kunde bekam ich vier Sätze hochwertiger (eingespielter) Verbinder NF + LS mit. Die große MIT-Kombi hätte damals 11.000 DM kosten sollen! Aber so richtig viel besser klang keiner der Kabelsätze und innerlich schob ich sehr teure Kabel in die Voodoo Ecke. Es ließ mir aber keine Ruhe und in einer STEREO (Magazin) stieß ich auf Kabel von Jürgen Hensler (JH88) und so nahm ich mit Jürgen Kontakt auf und konnte seine geschickten Kabel mit den von der Hi-Fi-Meile vergleichen. Selbst der oben besagte Satz von MIT hatte gegen die JH88 klanglich so was von keiner Chance und ich brachte die Kabel zurück und bestellte mir JH88 (NF + LS). Auch teuer aber in Bezug auf die Performance unglaublich günstig. Ab diesem Zeitpunkt würde ich meine Kette als High End bezeichnen und ich hatte das Jahre vorher in der Hi-Fi-Meile gehörte Niveau mit meinen Hales erreicht. Auf diversen Hi-Fi-Messen konnte ich jedenfalls keine Anlage mehr hören, die an meinen Klang zu Hause rankam. Gut, unter Messebedingungen. Bei mir zu Hause hätten sicher einige der Ketten schon noch mal deutlich besser gespielt und meine Kette sicherlich auch übertroffen.

Ich war ziemlich zufrieden und hörte über Jahre mit dieser Kette. Ein Update meines Verstärkers von Rolf Gemein brachte nochmals einen deutlichen Schub und 2005 kauften wir unser Haus, auch nach klanglichen Gesichtspunkten. Das Wohnzimmer hatte eine sehr gute Raumakustik, jedoch zwei Ebenen und so hatte ich nur wenig Platz für die Lautsprecher in Bezug auf den Hörabstand. Es klang abermals besser als im vorherigen Haus aber eigentlich waren die Hales zu groß und bei wandnaher Aufstellung schon sehr Bass lastig. Ich tüftelte lange an der Aufstellung der Lautsprecher und bekam die Hales ganz gut in den Griff.

Auf der World of Hifi 2007 hörte ich mir mit einem Freund zusammen viele Ketten an, aber begeistern konnte mich nur eine unbezahlbare Kette von MBL (Radialstrahler) und eine kleine günstige Kette mit Lautsprechern von Martion namens Bullfrog. Obwohl wir im völlig überfüllten Raum nur noch am Rand ganz hinten standen, klang es wie ein Livekonzert. Holger Barske führte an Röhrenelektronik und Schallplatte vor und Johnny Cash saß plötzlich da vorne und gab "One" zum Besten. Ich ging dann zu Herrn Martion und wir sprachen eine Weile. Eigentlich wollte ich nochmal Geld in einen neuen CD-Spieler stecken aber Herr Martion riet mir, mich mit Hi-Fi über Computer zu beschäftigen. Das tat ich und zu dieser Zeit hatte ich aufgrund eines Leserberichtes von mir (Thema Raumakustik) Kontakt zum neu gegründeten Onlinemagazin fairaudio, die mir einen Test anboten.

Ich testete für fairaudio einen der ersten USB-Wandler, den PS Audio Digital Link DL III und tatsächlich kam er klanglich an meinen CD-Spieler von Sony ran. Nach einigen Vergleichen verschiedener DACs entschied ich mich für einen DAC von Aqvox mit dem ich lange hörte und der CD-Spieler wurde verkauft. Dann las ich über die Audiosoftware JRiver mit der mein Computer-Hi-Fi nochmals einen Sprung machte und ein erstes besseres USB-Kabel von Wireworld brachte weitere deutliche Vorteile in Sachen Klang. Noch einmal deutlich besser wurde es mit dem MyDDC (SE) von Aqvox, der ein Reclocking durchführt und das Signal an den DAC über Koax weiter reicht. Das klappt deshalb so gut, weil der MyDDC mittels spezieller Treiber (ASIO) über die Software Musiland in JRiver eingebunden wird und ein sehr reines Signal generiert. Der Wandler bekommt somit ein exakt getaktetes Signal, nahezu jitterfrei. Am Aqvox war es schon deutlich zu hören und auch den iDSD Micro von iFi habe ich so betrieben, da es deutlich besser als über USB direkt klang.

2012 lieh ich mir einen hochwertigen Kopfhörer von Audezé, den LCD-2. Ein Freund von mir brachte den HD800 von Sennheiser mit und wir verglichen stundenlang, der Audezé war besser und so kaufte ich diesen tollen Kopfhörer. Nun hörte ich fast nur noch über Kopfhörer und meine Lautsprecher kamen mir nun zu unausgewogen vor, sicherlich auch aufgrund des geringen Wand- und Hörabstandes. Ein Mehrwegesystem, wo die Lautsprecher nicht in einem zentralen Punkt sitzen, braucht immer ein wenig mehr Abstand, damit alle Töne aus den verschiedenen Lautsprechern zeitgleich an den Ohren ankommen. Das menschliche Gehör nimmt Unregelmäßigkeiten in der Zeitrichtigkeit sehr schnell negativ war.

Da mir die Bullfrog nie aus dem Kopf gingen, vereinbarte ich einen Termin mit Herrn Martion. Die Bullfrog stellen als Koaxialsystem eine Punktschallquelle (zeitrichtige Wiedergabe) dar und gelten als sehr aufstellungsunkritisch. Der Termin lag noch ein paar Monate in der Zukunft, so schaute ich parallel nach gebrauchten Bullfrogs und wurde nach einiger Zeit fündig. Ich fuhr hin und sie klangen an einer wirklich nicht sehr hochwertigen Kette schon ganz nett. Ich wagte es und nahm sie mit. Nach einigen Stunden des korrekten Ausrichtens und Aufwärmen klangen sie einfach umwerfend und so einen Klang hatte ich bei uns zuhause nicht für möglich gehalten. Ich verglich in der ersten Zeit immer mal wieder mit dem LCD-2, beide waren tonal identisch, nur brachten die Lautsprecher viel mehr Räumlichkeit rüber. Irgendwann hörte ich kaum noch mit Kopfhörer, 2015 verkaufte ich diesen wieder und steckte über die Jahre immer wieder sehr dosiert Geld in meine Kette. Ein abermals besseres USB-Kabel, ein besseres Koax-Kabel, ein neuer DAC, zwei weitere Updates meines RG10 von Symphonic Line. Jeder Schritt war signifikant zu hören.

Den Termin mit Herrn Martion habe ich dann doch noch wahrgenommen und seinerzeit (2012) einen Leserbericht auf fairaudio darübergeschrieben. Bei Probehören in Berlin lernte ich den äußerst sympathischen Herrn Martion kennen, war später nochmal zwei Tage bei ihm und 2017 traf ich ihn auf einer Hausmesse in Lemgo bei Klangmeister. Nach der Vorführung ergab sich die Gelegenheit, mit ihm und Joachim Gerhard (ein weiterer "Boxen-Guru") noch ein Stündchen zu plauschen. Sehr nett!

Ende 2018 las ich in einer meiner Online-HiFi-Zeitungen einen Bericht über einen "Non Oversampling Digital-Analog-Wandler" von Audio-Optimum, den NOS-DAC 2. Über diese Art von Wandlern las ich schon einige Jahre immer mal wieder und hatte mir schon ein gedankliches Häkchen im Kopf gemacht: Wenn ich mal im Lotto gewinne, höre ich mir so einen DAC mal an. Nun, die Firma Audio-Optimum sitzt in Recklinghausen und ihr Hauptgeschäft ist der Bau von aktiven Studiomonitoren. Der Entwickler Stefan Wehmeier war mit dem Klang üblicher Wandler nicht zufrieden und hat einen eigenen DAC auf Basis des Wandler-Chips Philips TDA1543 entwickelt, den NOS-DAC. Dieser Chip kommt auch in anderen hochgelobten Wandlern zum Einsatz, als Beispiel sei hier der CAD DAC 1543 von Computer Audio Design genannt.

Der NOS-DAC 2 aus dem Test verfügt über mehrere Eingänge, einen Kopfhöreranschluss und Vorverstärker, um die eigenen Lautsprecher exzellent anzutreiben. Zwischen PC und DAC wird zudem eine Schnittstelle benötigt, damit der Wandler ein möglichst jitterfreies Signal angeliefert bekommt. Das hatte ich ja bereits und so schien der NOS-DAC (1) ohne Vorverstärker und Kopfhörerbuchse ideal für einen Test in meiner Kette zu sein. Ich nahm Kontakt mit der Firma CM-Audio auf, welche die Produkte von Audio-Optimum vertreiben und unverbindliche Tests anbieten. Großes Lob an CM-Audio, besser geht es nicht und nach kurzem Abstimmen war das Testpaket zuhause. Erst mal Funktionstest - iFi ab und NOS-DAC ran = läuft. Ein kurzer Höreindruck des bei deutlichen Minusgraden angelieferten DACs war zwar noch keine Offenbarung aber es klang schon anders als der ifi. Also erst mal zwei Stunden mit Einspielsignalen befeuern und dann nochmal hören. Oh, eine neue Welt tut sich auf! Nach einigen Stunden intensiven Hörens war mir klar, dass dieser kleine, schwere Kerl bleiben muss - ein zurück auf den iDSD Micro kann es nun nicht mehr geben.

Am nächsten Tag hatte ich abends Gelegenheit noch ein Stündchen zu hören und der Klang ist noch besser geworden. Ich rechne bei bereits eingespielten Komponenten oder Kabeln immer mit drei Tagen, bis sie komplett "angekommen" sind, bei neuen Geräten/Kabeln dauert es oft sehr lange, bis das endgültige Niveau erreicht ist. Für das kommende Wochenende konnte ich einen langen Musikabend einplanen, da meine Frau "Mädels Abend" hatte. Bis dahin ließ ich den DAC einfach an und am Samstag bereits ab morgens zusammen mit den anderen Komponenten warmlaufen. Ich stelle eh nur die Endstufe ab, die Vorstufe bleibt immer an.

Was ist ein NOS-DAC? Dieser DAC kommt ohne das übliche Oversampling aus und vermeidet die dadurch entstehenden Probleme was zu einem natürlicheren Klang vergleichbar mit der Schallplatte führen soll, so die Verfechter dieses Prinzips. Warum und wie das Hochtakten der Signale entstanden ist, kann sehr detailliert auf der Homepage von Audio-Optimum nachgelesen werden. Suchen Sie bei Interesse auch nach der Abhandlung "Digital/Analog-Konverter Techniken" von Alexej C. Ogorek von DAS, er erklärt die verschiedenen Wandlertypen auch für technisch nicht so Interessierte sehr verständlich. Ich zitiere Alexej C. Ogorek über NOS-Wandler:

"Im Endergebnis ergibt sich ein Wandlerkonzept, das mit minimalen Bauteileaufwand, kürzesten Signalwegen und geringst-nötiger Signalbeeinflussung eine anerkannter maßen besonders realistisches, räumliches und natürliches Klangbild liefert, das analogen Maßstäben näher kommt als die meisten anderen Wandler-Konzepte – zumindest bei vergleichbaren Aufwand. Audiophile Firmen, wie u.a. 47Labs, Zanden, Audio Note, AMR und Metrum Acoustics setzen auf das NOS-Prinzip bei Digital/Analog-Wandlern."

Die Entscheidung ist eigentlich schon am ersten Abend gefallen aber nun nach drei Tagen sollte der NOS-DAC seine Feuertaufe bestehen. Der ifi iDSD Micro war über SPDIF jitterarm angesteuert und mit externem Netzteil sowie top Verkabelung schon wirklich gut aber erst der NOS-DAC von Audio-Optimum zeigt, was aus einem profanen Büro-PC ohne jegliche Umbauten möglich ist. Na ja, der PC ist zwar original aber alleine die Strecke vom PC zum DAC kostet (zusammen mit dem Jitterbug) fast genau einen Tausender.

Als erstes möchte ich nochmal auf den Kettengedanken eingehen. Eine Stereoanlage kann nur so gut klingen, wie das schwächste der Kette Glied es zulässt. Auch wenn ich im Moment keine schwachen Glieder in meiner Kette sehe, so wird es mit Sicherheit "Glieder" geben, die noch kräftiger möglich sind. Damit will ich deutlich machen, dass der NOS-DAC im Moment nur das zeigt, was unter den jetzigen Bedingungen möglich ist.

Wenn ich im Lotto gewonnen hätte (ich spiele tatsächlich seit vielen Jahren zwei Kästchen mittwochs und samstags) und mir für 9000,- € den CAD DAC 1543 gekauft hätte, wäre ich bei dieser Performance alles andere als enttäuscht gewesen und hätte die 9000,- € als vorzügliche Investition gesehen. In Foren habe ich Hinweise gefunden, dass der NOS-DAC dem CAD DAC 1543 klanglich sogar überlegen sein soll.

Was als Erstes beim Klang auffällt, sind die deutlich höheren Unterschiede zwischen den Aufnahmen. Manche Aufnahmen klingen ähnlich wie ich sie kenne, jedoch keinesfalls schlechter. Bei den meisten Aufnahmen sind signifikante Unterschiede zu hören. Ich habe einfach mal meine Favoritenliste in zufälliger Reihenfolge laufen lassen, alle Aufnahmen kenne ich sehr gut und höre diese Lieder tlw. seit Kind an. Ich habe bewusst erst mal keine "Referenzaufnahmen" gespielt um ihn mir "schön" zu hören, sondern einfach querbeet. Je nach Aufnahme nochmals gesteigerte Räumlichkeit bei noch schärferer Lokalisation. Viele kleine Versatzstücke in den einzelnen Liedern habe ich vorher in der Form noch nicht wahrgenommen und die Musik füllt mit spielerischer Leichtigkeit den Raum aus. Als nächstes habe ich Lieder gewählt, die ich mir vorher aus klanglichen Gründen nur sehr selten angehört habe und teilweise echte (positive) Überraschungen erlebt. Referenzaufnahmen sind dann ein Traum und fast unmerklich stelle ich das Atmen ein, um ja keine winzige Nuance zu verpassen.

Nun schönt der NOS-DAC aber in keiner Weise und natürlich kann er aus einer miesen Aufnahme keine Referenzaufnahme machen. Er soll eigentlich gar nichts mit der Aufnahme machen, sondern sie möglich unverfälscht wiedergeben. Das macht er und es führt auch bei schlechteren Aufnahmen zu deutlich weniger Stress, der sich ab gewissen Lautstärken gerne mal einstellt und ich höre gerne laut. Dieser Stress entsteht, so vermute ich jedenfalls, wenn Klänge durch unnatürliche Veränderung nicht mehr der Wirklichkeit entsprechen. Haben Sie schon ein Livekonzert (ohne Verstärker) sehr dicht bei den Musikern gehört und der Trompeter bläst Ihnen fast das Trommelfell weg? Oder einem Saxophonspieler in der Fußgängerzone? Einen Geiger in der Bahnhofshalle? Auch wenn man sehr dicht steht und es ziemlich laut ist, nervt der Klang nicht. Ganz anders schon bei Livekonzerten typischer Bands mit Verstärkern und Lautsprechertürmen, bei einigen Konzerten wollte ich nur noch schreiend rausrennen und habe mich lieber ganz nach hinten gestellt. Gerade bei kleinen Konzerten in Kneipen sind die Verstärker oft überlastet und nach einer gewissen Zeit wird der Klang unerträglich. Ich denke, unsere Wahrnehmung reagiert schnell mit Stress, wenn Klänge nicht natürlich wiedergegeben werden. Hier punktet der NOS-DAC und bringt ihn vermutlich dem Klang einer vorzüglichen Analogwiedergabe über Plattenspieler so dicht wie es nur ganz wenige Wandler schaffen. Mangels Vergleichsmöglichkeit kann ich natürlich keine Aussage treffen aber es würde mich nicht wundern, wenn die "CD" mit diesem DAC die Platte klanglich überholt hat. Das versprach man uns doch schon 1982. Ach so, habe ich schon erwähnt, dass er nur bis CD-Auflösung wandeln kann. Warum stört mich das überhaupt nicht?

Dazu eine kleine Anekdote: Meine einzige hochauflösende Aufnahme ist das Debütalbum von The Velevet Underground. Leider konnte ich sie in JRiver nicht auf CD-Format wandeln, nur MP3 und die anderen möglichen Formate mochte der NOS-DAC nicht. Also habe ich davon in JRiver eine CD gebrannt und diese dann wieder eingelesen. Ich kenne die Platte sehr gut aber habe sie in dieser Klangpracht noch nicht erlebt. Noch Fragen?

Ich habe Samstag einen echten Hörmarathon hingelegt und ein schwer zu beschreibendem Wechselbade an Gefühlen durchlebt. Diese Steigerung hätte ich an meiner doch eigentlich perfekten Kette nicht für möglich gehalten. Gratulation nach Recklinghausen! Und vielen Dank an CM-Audio für die Testmöglichkeit und die problemlose Kaufabwicklung - ich konnte ihn unmöglich wieder zurückschicken.

Nach einiger Zeit habe ich dann meine vorhandenden und auch das zum DAC zugehörige SPDIF-Kabel gegen das im Einsatz befindliche Oyaide getestet. Das Audio-Optimum war natürlich nicht eingespielt aber meist erkennt man bei frischen Kabeln zumindest das Potential - auch wenn sie noch eher harsch klingen. Die anderen beiden 75 Ohm KOAX-Kabel waren von Aqvox und Hensler. Jede Strippe fiel mehr oder weniger deutlich ab und so bleibt das Oyaide in der Kette. Es zeigt aber, dass im Bereich der Kabel bestimmt noch Klang zu holen ist. Fragt sich nur, zu welchem Preis?

Mein Verstärker stand bis vor dem letzten Update auf Füßen von Ceraball von Finite Elemente. Nach dem Update und wochenlangen Einspielen auf eigenen Füßen habe ich ihn dann wieder auf die Ceraballs gestellt und keine Unterschiede feststellen können. Auch der NOS-DAC förderte keinerlei Unterschiede zu Tage und nun darf er nun nach vielen Jahren wieder "auf eigenen Beinen" stehen. Mehr so aus eine Laune heraus stellte ich den NOS-DAC mal auf die Ceraballs, was schon sehr merkwürdig aussieht und ziemlich wackelig ist. Es sind keine Welten aber nach einigem hin- und hervergleichen durchaus gut hörbar. Er zeichnet noch etwas akkurater und sauberer mit einem Tick mehr Luft zwischen den Instrumenten. Die eigenen Füße habe ich abgeschraubt und die Ceraballs mit einem winzigen Stück Powerstrip am Gehäuse fixiert, so steht er sicher auf seiner 3-Punkt-Lagerung.

Durch die neuen Hörerfahrungen war ich nun wieder "angefixt" wie seit vielen Jahren nicht mehr. Gerade die positiven Erfahrungen mit der Lagerung des DACs auf den Ceraballs zeigten mal wieder, wie der Klang durch vermeintliche Kleinigkeiten zu steigern ist. Wo drüber ich schon öfters gelesen aber tatsächlich nie weiter verfolgt hatte, ist das "high-endige" Rippen der CDs. Gut, jede CD wird vor dem Rippen mit Reinigungsbenzin gesäubert und anschließend mit einem Black-Forest-Duster von elektromagnetischen Störungen befreit. Die Geschwindigkeit des Einlesens habe ich immer JRiver überlassen und tatsächlich drosselt die Software die Geschwindigkeit teilweise deutlich herunter und liest schwierige Stellen mehrmals. Am Ende noch der Abgleich der eingelesenen Daten mit Onlinedatenbanken wo eventuell fehlende Informationen eingeholt und ergänzt werden - besser geht es doch nicht, oder?

In einer alten Hifi-Digital Zeitung fand ich einen Artikel über das Thema "So holen Sie alles raus", der mich doch nachdenklich werden ließ. Zeitgleich mit meinem neuen DAC äußerte meine Frau den Wunsch, unsere CDs wieder greifbar zu haben um sich auch mal wieder welche mit ins Auto nehmen zu können. Da mein "neues" Auto auch nur einen CD-Wechsler hat, war ich von der Idee begeistert und wir ließen uns von einem Freund zwei CD-Regale auf Maß anfertigen. Kurz bevor das erste Regal fertig war, lass ich den o.a. Artikel und stieg tiefer ins Thema ein. Eigentlich wollte ich nur eine CD als Vergleich mit einfacher Geschwindigkeit rippen und als WAV statt als FLAC abspeichern um eventuelle Klangunterschiede festzustellen. Im Artikel ist aber auch die Rede von Klangunterschieden zwischen PC-Laufwerken und so schien mir ein Vergleich mit nur geringerer Einlesegeschwindigkeit nicht zielführend. Aus der Erinnerung wusste ich, dass Aqvox immer ein Laufwerk im Programm hatte, welches speziell auf high-endiges Rippen spezialisiert ist. Mittlerweile haben sie zwei Laufwerke im Programm, die nicht unbedingt als "Schnapper" zu bezeichnen sind. Auf eBay war zu dieser Zeit eines zum Verkauf angeboten aber beim Bieten bin ich bei 300,- € ausgestiegen.

Natürlich ließ mir das Thema keine Ruhe und nach einiger Suche bin ich auf ein Video von einer Veranstaltung im Jahre 2018 des High End Kolleg gestossen. Hier berichtet Manfred Diestertich (Audio Physic) über seine Erfahrungen mit Rippen von CDs und gibt auch Tipps zu einem Laufwerk von Pioneer. Da die Kosten überschaubar sind und ein externes Bluray-Laufwerk schon länger auf meiner Wunschliste stand, habe ich es mir bestellt. Da er auch von Einflüssen der Stromversorgung sprach, habe ich mir ein externes Netzteil bestellt und auch ein Adapterkabel, um eines meiner vorhandenen Netzteile von Aqvox verwenden zu können.

Ich habe alles mögliche probiert, verschiedene Software und Laufwerke, Laufwerke entkoppelt, verschiedene USB-Kabel ... Nach einer Woche habe ich aufgegeben, ich konnte keine Unterschiede hören. Irgendwann werde ich mal zwei CDs zu Aqvox senden, um sie rippen zu lassen - bin gespannt. Aber das ganze war dann doch nicht umsonst, zum einen habe ich jetzt ein schönes Bluray-Laufwerk für mein Laptop und das ganze Hin- und Her hat klanglich letztendlich doch etwas gebracht ...

Zum Entkoppeln der Laufwerke habe ich meine Blotevogel ST-R5 aus meiner Kramkiste geholt. Als ich alle Versuche wieder abgebrochen hatte und diese gerade wieder in die Kramkiste legen wollte, habe ich diese mal probehalber unter das Netzteil des Vorverstärkers gestellt. Tja, auch keine Welten aber im Gegensatz zum meinen Ripping-Testlauf ein hörbarer Unterschied. Das schwere Netzteil vom RG10 steht neben dem Ofen auf einer Glasplatte und scheint von der Entkopplung wirklich zu profitieren. Dieser Eindruck hat sich in den folgenden Wochen manifestiert, sehr schön und "Ende gut, alles gut". Aber es ist ja nie zu Ende ...

In Celle gibt ein Geschäft namens Gajah (Indisch = Elefant). Dort gibt es neben vielen schönen Dingen auch regelmäßig kleine Konzerte. Es gibt pro Konzert ca. 50 Karten, mehr Platz ist nicht vorhanden und wenn man früh genug dort ist, beste Sitzplätze. Viele haben "Angst", sich zwei Meter vor die Musiker zu setzen aber aus klanglicher Perspektive natürlich der Hammer. Da die Gruppen ohne Verstärker spielen, kann ich dort meine Ohren immer mal wieder so richtig einnorden. Beim Konzert von Di Chuzpenics im Februar 2019 (gaanz toll) hätte ich bei geschlossenen Augen nicht sagen können, ob ich live höre oder zuhause vor meiner Anlage sitze - passt! Nach dem Konzert haben wir noch ein wenig mit den Musikern geklönt. Vielen Dank für die gewonnene CD und liebe Grüße nach Kiel.

Durch den guten Effekt bei der Entkopplung des Netzteiles vom Verstärker habe ich im Netz nach gebrauchten Blotevogel CD-STR5 gesucht und bin nach einigen Wochen bei Ebay-Kleinanzeigen auf einen Satz zum vernüftigen Preis gestoßen. Der Verstärker an sich hat ja auch ein internes Netzteil für die Endstufen und warum sollte dieser nicht auch von der Entkopplung profitieren? Die Ceraballs konnten mich nach dem Tuning vom RG10 ja nicht mehr überzeugen und so bekamen die String-Untersetzer ihre Chance. Damals gekauft hatte ich sie übrigens für meinen Sony CDP-50ES wo sie auch einen deutlich positiven Eindruck hinterlassen haben. Soweit ich mich erinnere, fühlte sich mein erster DAC von Aqvox auf Ceraballs wohler und die Blotevogel wanderten in die Kramkiste.

Da mein Verstärker unten im Regal steht und auch nicht allzuviel Platz drumherum ist, musste ich die Füße ankleben und den Verstärker dann komplett vorsichtig reinheben. Da die Füße vom Verstärker etwas zu kurz sind, wurden diese mit Filzklebepads entsprechend verlängert. Filz soll sich sehr gut für das Entkoppeln eignen und so bleiben auch die STR5 unbeschadet, falls mal ein Rückbau ansteht. Übrigens sehen diese Füße so richtig sch.... aus und das ist vermutlich auch der Hauptgrund warum sie sich nie großflächig durchgesetzt haben. Bei mir spielt die Optik nur eine untergeordnete Rolle und für besseren Klang opfere ich gerne Optik, zumal ich beim Musikhören eh die Augen zu mache. Die STEREO (5/2002) hatte den CD-STR5 damals beste Noten gegeben und besonders die Durchzeichnung nahm gemäß "Zeigt her eure Füße" deutlich zu und im oberen Bereich verschwanden letzte Rauigkeiten (z.B. bei Streichern) - besonders Endstufen auf dem Boden halfen die Untersetzer ihrem Klang wortwörtlich auf die Füße, so Matthias Böde damals.

Der erste Eindruck an meiner Kette ist untenrum etwas schlanker mit mehr Durchzeichnung und obenrum cremiger. Also durchweg positiv, ich werde das ein wenig auf mich wirken lassen ...

Nach ein paar Tagen das erste intensivere Hören und ich war schon sehr erstaunt. Bisher hatte ich die ganzen Diskussionen über die Klangunterschiede von hochwertigen Komponenten aufgrund verschiedener Unterlagen für übertrieben gehalten. Natürlich konnte auch ich immer Unterschiede feststellen und habe früher sogar Basen mit Mischungen aus Quarzsand und Luftgewehrkugeln selbst gebaut und diese waren auch hörbar, doch Aussagen wie "ohne gute Basen ist High End nicht möglich" hielt ich doch für sehr übertrieben. Aber nun musste ich feststellen, wie groß der Einfluss auf den Klang ist. Beim DAC haben die Ceraballs ja auch einiges bewirkt.

Ich liebe richtig fetten Bass und meine zwei 38er hart aufgehängten Basslautsprecher in den Bullfrog können schon eine Menge Luft bewegen. Aber deutlich weniger Bass, nur weil mein Verstärker Filz unter seine originalen Füße bekommen hat und durch die Seilzugaufhängung komplett vom Untergrund entkoppelt ist? Gut, mit dem neuen DAC wurde es oft schon ein wenig zuviel des Guten aber ich hatte mich daran gewöhnt und nun dieses doch recht schlanke Klangbild ...

Warum ich sie nicht gleich wieder entfernt und in die Kramkiste geworfen habe, ist der deutlich hörbare Zuwachs an Detailauflösung und dieser schöne cremige Hochtonbereich. Ich habe gerade ein absolutes Lieblingsstück von Jay-Jay Johanson´s CD Opium: "I can count on you" - das höre ich meistens sehr laut und das Haus scheint kurz vor dem Einsturz zu stehen. Nun, der Bassbereich ist immer noch heftig aber überrollt einen nicht mehr so deutlich. Ich kann es noch lauter hören und diese sich im Zimmer verteilenden Soundschnipsel ohne auch nur einen Hauch von Schärfe bei wahnsinniger Auflösung lassen mich über das Thema "Aufstellung von Komponenten" völlig neu denken. Ich lasse mal Zeit ins Land gehen, die STEREO schrieb damals, dass eine weichere Einstellung der Blotevogel CD-STR5 den Grundtonbereich in Richtung wärmer und kräftiger verschiebe. Durch das hohe Gewicht meines Verstärkers werden die Seilzüge vermutlich etwas weicher werden und sich der Klang eventuell in nächster Zeit wieder etwas in "Bässer" verschieben - dann wäre es perfekt. Ich weiß, sage ich immer ...

Seit dem ich den neuen DAC von Audio Optimum habe, gab es immer mal wieder kurzzeitig Probleme bei der Tonübertragung. Das Signal war dann total verzerrt und das jeweilige Lied kaum noch zu erkennen. Beim Ab- und Anstecken aller Kabel habe ich eine lose Buchse am DDC von Aqvox als vermeintliche Fehlerquelle entdeckt und den Konverter zerlegt und die Buchse wieder festgemacht. Leider blieb der Fehler nach der Reparatur. Kurioserweise lief am ifi alles ganz normal und auch der DAC lief am Ausgang des Bluray-Players (Sony) völlig normal, wenn klanglich auch weit vom Klang über PC entfernt. Ein Telefonat mit  Norman Lübke ließ mich nochmal alle Kabel überprüfen, es blieb leider dabei. Er erwähnte aber auch, dass evtl. der PC selbst das Problem verursacht und so installierte ich die Software JRiver sowie den Aqvox-Treiber auf meinem Huawei Matebook X, schloss meine Festplatte mit der Musiksicherung an - und alles läuft als ob nix gewesen wäre!

Klanglich war es dicht dran aber noch nicht 100% "mein" Klang. Ich kaufte eine 500GB SSD von Samsung, verbunden direkt über USB-C mittels Oehlbach Evolution CC50, das einzige High-End-USB-C-Kabel, welches ich finden konnte. Trotzdem die Musik von der externen Festplatte laufend in den Arbeitsspeicher geladen wird, sind kleine klangliche Fortschritte wahrnehmbar. Der DDC hängt am anderen USB-C Ausgang, hier habe ich einen Adapter von Audioquest gekauft. Also USB-C-Ausgang Matebook, Adapter auf USB-A, dann Aqvox Low Noise und schließlich das USB-Kabel zum DAC von Oyaide. Schon besser aber so richtig gut wurde es, als ich die Seiten vertauscht habe, also die USB-Ausgänge für Festplatte und DAC. Das habe ich eigentlich nur gemacht weil praktischer, ohne jeglichen klanglichen Hintergedanken - nun klang es plötzlich wie befreit und nun, nach einigen Wochen auf keinen Fall schlechter als vorher - eher besser! Positiver Nebeneffekt - Musikhören ist jetzt ohne Wartezeit möglich. Mein vorheriger PC hatte noch keine SSD und 10 Minuten waren normal, bis ich Musikhören konnte. Bei Updates konnte das gerne mal eine Stunde oder länger dauern. Das Matebook X ist lüfterlos, sehr schnell und hat eine Akkulaufzeit von ca. 10 Stunden ohne Bildschirm. Bedienung läuft wie gewohnt über das iPad mittels JRemote. Als mögliche Verbesserung würde ich noch die Umrüstung des Low Noise Netzteiles sehen, so dass der Adapter ersetzt wird. Spreche ich mal mit Aqvox ...

Wie hat sich die Sache mit dem schlankeren Klang entwickelt? Nun, ich habe viel gehört und ja, bei einigen Stücken habe ich mehr Bass in Erinnerung aber ... viele Stücke gehen so tief runter, dass mehr Bass schwer vorstellbar ist. Der Bass ist eher präziser geworden und geht nur noch dort so richtig in den Keller, wo die Aufnahme es vorgibt. Vermutlich war vorher eine kleine Überhöhung im Frequenzgang, die nun verschwunden ist.  Das Gehör gewöhnt sich ja daran und mittlerweile gefällt es mir etwas schlanker ausgesprochen gut.

Ein paar Eindrücke noch vom DAC direkt am Ausgang des Bluray-Players. Sagen wir mal, ich hatte schlimmeres erwartet aber der Klang war doch deutlich unter dem gewohnten Niveau. Im Frequenzkeller eher ein brummiger Matsch, die Räumlichkeit sehr eingeengt und auch obenrum viel weniger Auflösung. In dem Zusammenhang habe mal wieder gemerkt, dass selbst der beste Plattenspieler nichts für mich wäre. Ich liebe die Abwechslung beim Musikhören und höre so gut wie nie auch nur zwei Lieder einer CD / Platte hintereinander. Gerade diese Wechsel beim Hören machen (neben dem Klang) für mich den Reiz eines gelungenen Hörabends aus.

Viele Wochen später mit nur gelegentlichen Hören habe ich nun mal wieder etwas länger Musik gehört. Vom oben beschriebenen schlankeren Klang kann ich mittlerweile nichts mehr wahrnehmen, der Tiefgang ist je nach Aufnahme und Abhörlautstärke nichts für schwache Nerven und das Haus vibriert mit dem Basslauf von "The Acid" beim Opener "Animal". Auch weitaus weniger basslastige Musik tönt keineswegs schlank und entweder habe ich mich daran gewöhnt oder das oben vermutete "Setzen" des Verstärkers führt wieder zu mehr Betonung untenrum. Egal, weil perfekt!

Den Audioquest Jitterbug hatte ich seit Nutzung des Matebook X aus der Kette genommen, da keine parallelen freien USB-Anschlüsse vorhanden. Am anderen PC hatte er mir klanglich parallel etwas besser als dazwischen gefallen. Obwohl ich jede Kontaktstelle zuviel für Gift halte, so klemmte ich den Jitterbug vor der letzten Hörsession mal hinter den Audioquest Adapter, also zwischen PC und Aqvox Low Noise Netzteil. Eigentlich wollte ich ein bis zwei Stücke hören und dann den Jitterbug wieder zwecks Vergleich rausnehmen, ich konnte nicht. Die Musik hat mich so in ihren Bann gezogen ... den Zauber durfte ich nicht unterbrechen. Schade, dass Audioquest den Jitterbug bisher noch nicht als USB-C auf USB-A Version im Programm hat (statt Adapter).

Seitdem ich den Kopfhörer Audezé LCD-2 verkauft habe, hatte ich mir seinerzeit den Beyerdynamic DT 235 zum gelegentlichen Hören gekauft. Der NOS-DAC (1) hat ja keinen Kopfhörerausgang aber der ifi iDSD Micro ist ja nach wie vor im Spiel und kümmert sich um den Ton aller am Fernseher angeschlossenen Geräte. Wenn meine Frau wegen Schichtdienst mal früh ins Bett geht, setze ich mir den Kopfhörer zum Fernsehen auf, das ist über den ifi schon schon richtig gut und kein Vergleich zum Ton direkt aus der Kopfhörerbuchse des Fernsehers.

Musik über den neuen DAC war ja nicht mehr möglich, aber der iDSD von ifi hat einen 3,5mm Klingensteckereingang. So schloss ich probehalber ein Kabel vom Tape Out am Verstärker an den ifi an und siehe da, es kommt Musik. Ich machte mich nun auf die Suche nach einem hochwertigen Kabel und fand meist nur Standardware oder ganz teure. Aber das Glück war mir hold und ich entdeckte eines von Oyaide oberhalb der Neo-Serie zum bezahlbaren Preis, welches einen sehr hochwertigen Eindruck macht. Das Kabel ist noch in der Einspielphase aber für gelegentlich Hören über Kopfhörer ist es schon ziemlich gut. So nutze ich den ifi iDSD Micro als reinen Kopfhörerverstärker und er wird nun wieder fester Bestandteil in meiner Kette. Da ich allerdings über den ifi beim Hören genauso eingeschränkt bin wie über meine Lautsprecher und im Klang Welten zwischen beiden liegen, werde ich es eher sehr selten nutzen. Das Kabel habe ich nach einigen Wochen wieder abgenommen, ich höre doch viel lieber mal im Garten über meinen Fiio X1 und den Soundmagic E10. Das Kabel wird bestimmt irgendwann seine Bestimmung finden ...

Und dann meldete sich ein gewisser Jörg bei mir per Email:

"Sehr geehrter Herr Sender, auf der Suche bezüglich Meinungen Bewertungen über den Audio Optimum NOS DAC 1 bin ich auf ihre interessante Seite "Mein Hobby High End" aufmerksam geworden. Ich habe mir gedacht, dass ich Sie am Besten direkt anschreibe um Ihre Meinung zum NOS DAC zu hören. Scheinbar sind Sie ja stolzer Besitzer. Ist dieser wirklich so gut, dass dieser mit High End DACs im 5 stelligen Bereich mithalten kann? Ich finde das kleine Gerät optisch und technisch faszinierend. Bevor ich jedoch einen bestelle hätte ich gerne noch eine unabhängige Meinung zum NOS DAC 1 gehört.
Ich würde mich sehr über eine Antwort von Ihnen freuen."

Ich hatte ihm erst einmal schriftlich geantwortet und dann haben wir ausführlich telefoniert. Er hat sich den NOS-DAC zum testen bestellt und eine Woche später folgende Nachricht geschickt:

Hallo Thomas,
der NOS DAC ist der Hammer!!! Entdecke gerade meine Musik neu💪
Und du hattest Recht, die richtigen Kabel machen den Klang nochmals besser.
Herr Wehmeier hat mir Digital und Analog Cinch mitgesendet - sind scheinbar optimal auf den NOS DAC abgestimmt👍.
Die Musik hört sich wunderbar ANALOG an. Da will man nicht mehr zurück. Habe heute mit Herrn Wehmeier telefoniert: der NOS DAC bleibt da, die Kabel auch.
Beim älteren Modell waren günstigere Kabel noch im Lieferumfang. Ist heute nicht mehr, dafür ein hochwertiges Linearnetzteil.
Werde dies noch mit meinem Netzteil vergleichen.
Schöne Grüße
Jörg

Da mein NOS-DAC noch mit dem Standard-Netzteil ausgestattet ist, habe ich auf anraten von Jörg Kontakt mit Herrn Wehmeier aufgenommen. Er hat mir gleich noch ein kostenloses Update abgeboten, wodurch die Jitterunterdrückung des integrierten SPDIF/I2S-Decoders deutlich verbessert wird. Das Linearnetzteil werde ich mit meinem Cobra-Netzkabel über die Fisch-Netzleiste an einem Netzanschluss für Digitalgeräte anschließen. Das Netzkabel wollte ich schon lange verkauft haben, es gehörte zu einem Gerät von McIntosh und ich habe es mal über eBay gekauft. Bei meinem ersten DAC von Aqvox hat es eine deutlich hörbare Verbesserung zum Originalkabel gebracht, nun kommt es wieder zum Einsatz. Die neuen Kabel von Audio-Optimum werde ich sicher auch mal testen, für dieses Jahr ist erst mal Schluß mit neuem Nerd-Kram.

Ein paar Tage später war dann beides hier, das neue Netzteil und der überarbeitete DAC. Als erstes ein kleiner Funtionstest - läuft. Dann kam mir noch eine Idee bezüglich der Ceraballs, diese waren bisher über drei kleine Stücke Powerstrip mit dem Gehäuse verbunden. Das hatte ich vor dem Versand zu Audio-Optimum entfernt. Da beim Verstärker und Netzteil die Lagerung über Filzplättchen auf CD-STR5 ein so grossen Effekt hatten und Filz gerne für Entkopplung eingesetzt wird, habe ich es nun genauso gemacht. Je drei Filzaufkleber unter den DAC, je drei Filzaufkleber oben auf die Cerballs und nun diese jeweils beiden Filzplättchen mittels 2-Komponenten-Kleber verbunden. Das hält nach einigen Stunden Trocknungszeit "bombenfest" und läßt sich bei Bedarf jederzeit Rückstandsfrei entfernen. Für CD-STR5 ist der DAC zu klein und vermutlich auch zu leicht, mein erster eigener DAC von Aqvox (leicht) mochte auch die Ceraballs lieber als die Blotevogel und beim CD-Spieler (schwer) waren die CD-STR5 besser.

So, nun ist ja soviel geändert, dass eine Aussage über die Wirkung der einzelnen Schritte schwierig ist. Stromkabel Netzteil - Netzteil - Tuning DAC - Lagerung DAC. Mal ehrlich, das ist mir sowas von egal, wenn es so klingt wie es klingt. Sicher, Wunder sind nun nicht mehr zu erwarten! Es sind diese kleinen, subtilen Veränderungen, die uns High-End-Nerds die Tränen in die Augen treiben weil es mal wieder so emotional ist.

Trotz 30°C Innentemperatur (und 36°C aussen) musste ich nach einem Tag einspielen doch mal ein Ohr riskieren. Ich habe einfach meine Lieblingslieder auf Zufall laufen lassen und, tja, bin zwei Stunden nicht von der Anlage weg gekommen. Ich kann schwer sagen, was genau noch besser geworden ist, irgendwie alles. Wie gesagt, Wunder sind nicht mehr zu erwarten aber am besten beschreibt es "souveräner". Es klingt alles noch geerdeter und holografischer. Gerade nicht so tolle Aufnahmen blühten noch ein wenig mehr auf und richtig umgehauen haben mich bei den besseren Aufnahmen zwei Stücke von Jack Johnson, die ich in dieser Intensität noch nicht gehört habe. Bei anderen Liedern meinte ich Kleinigkeiten zu entdecken, die mir vorher noch nicht aufgefallen sind.

Der Sommer war wieder mal sehr heiß und so hörte ich eher selten Musik. Dieses Jahr freute ich mich auf den Herbst und auf Regen, der dann auch wieder Erwarten sehr schnell kam. Ab September 2019 war hier der Sommer vorbei und die Regenzeit begann. Endlich wieder Gelegenheit, sich öfters vor die Anlage zu setzen ...

Der oben beschriebene Eindruck von Souveränität hat sich weiter verfestigt, die Dreidimesionalität des Klangbildes hat sich verstärkt und alles ist noch ein gutes Stück involvierender geworden und die Sucht nach Klang ist erst mal wieder befriedigt. Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Gerade ältere Aufnahmen, "eigentlich" gar nicht so gute Aufnahmen, profitieren ungemein von diesem Kunstwerk NOS-DAC .

In nächster Zeit stehen Versuche bezüglich Stromversorgung (Filter/Kabel) des DACs an und bei hörbaren Effekten, evtl. auch bei Vor- und Endstufe. Desweiteren beschäftige ich mich mit NF-Kabeln von Oyaide (AZ-910) und grase gerade den Gebrauchtmarkt ab. Meine sehr guten Erfahrungen mit den beiden reinen Silberkabeln von Oyaide in der digitalen Übertragungsstrecke lassen mich zumindest über einen Versuch zwischen DAC und Verstärker nachdenken. Über ein Silberkabel von Oyaide las ich, das man mit ihnen auf ein Wiedergabeniveau kommt, auf dem man sich mit dem kleinsten Fehler die Suppe versalzen kann (hifi & records 2/2011). Silberkabel servieren eben alles auf einem Silbertablett und da sollte nichts drauf liegen, was dort nicht hingehört. Versuch macht klug.

Auf dem Gebrauchtmarkt habe ich nur eine mehrere Monate alte Anzeige bei EBay Kleimanzeigen gefunden und den Verkäufer kontaktiert. Die Kabel sind noch verfügbar ... zwei Tage später waren sie hier. Erst mal anschließen und eine Stunde Einspielsignale darüber laufen lassen, dann ein erster Hörcheck. Oh ha, deutlich anders als mein geliebtes Hensler JH88 NF-Kabel. Der Raum legt in allen Dimensionen zu, Stimmen stehen je nach Aufnahme nun so dicht vor mir, dass ich unwillkürlich zusammenzucke. In die Breite legt die Abbildung gefühlt einen Meter zu, in der Tiefe ähnlich. Aber ...

Der erste Hörcheck war ein Auf und Ab an Eindrücken. Die Kabel sind hörbar noch nicht eingespielt und in der oberen Lagen recht harsch. Durch die Überbetonung im oberen Bereich wirkte alles sehr hoch aufgelöst, jedoch bei einigen Musikstücken unnatürlich und nicht angenehm. Im Netz fand ich auf den Seiten eines bekannten Herstellers die Info, dass Silberkabel ca. 80 Stunden Einspielzeit benötigen, was sich mit meinen Erfahrungen, besonders mit dem Koax-Kabel von Oyaide, deckt. Das hat auch sehr lange gebraucht, bis die letzte Rauigkeit verschwand. Dann war und blieb es göttlich!

Einen Tag und viele Stunden Einspielen später, kam mir das Kabel deutlich dunkler vor und dieses Harsche war nahezu komplett verschwunden. Klanglich war es nun sehr dicht am Hensler, zumal die Raumdimensionen wieder deutlich geschrumpft sind. Auch das kenne ich und Geduld ist gefragt ... demnächst mehr. Im November bekomme ich testweise einen speziell für den NOS-DAC angefertigten Netzfilter auf Turmalin-Basis, bis dahin sollte das NF-Kabel von Oyaide soweit eingespielt sein. Das war eigentlich der Auslöser für meine Suche nach einem noch hochwertigerem NF-Kabel, ich wollte es gerne vor dem Test des Stromfilters gerne noch weiter auf die Spitze treiben, um die Auswirkungen des Filters besser beurteilen zu können. Natürlich kann man auch für ein NF-Kabel weit in den vierstelligen Bereich hinein aufwenden, z.B. ein Audioplan Maxwell U. Sicherlich ist beim Oyaide AZ-910 nicht Schluss aber ich schätze deren Produkte als sehr fair bepreist ein und ganz billig ist es ja neu auch nicht.

Tag drei und völlige Begeisterung. Aus einem kurzen Hörcheck sind wieder zwei Stunden geworden. Ich kann nichts harsches mehr entdecken und selbst Aufnahmen, die ich vorher aus klanglichen Gründen eher gemieden habe, machen nun richtig Laune. Als Beispiel sei hier Impala von Songs: Ohia genannt. Eine CD, die ich vorher gerne mal nebenbei gehört habe. Nun bleibe ich vor der Anlage kleben und sauge jeden Song in mich auf. Diese aberwitzige Räumlichkeit, dabei noch festgenagelter als mit der Hensler-Strippe. Es klingt glockenklar ohne (wie zu Beginn) nervigem Beigeschmack in der oberen Lagen. Ich bin sehr gespannt, was sich da noch weiter tut. Gott sei dank kommt der Winter ...

Schon lange habe ich über einen Akustikvorhang hinter meinem Hörplatz nachgedacht. Dieser soll die Nachhallzeiten reduzieren und so für einen angenehmeren Klang sorgen. Nur, wer möchte schon einen dicken, schweren Vorhang quer durch den Raum? Meine Frau spielt Gitarre und die Gitarren stehen direkt hinter meinem Hörplatz. Aus klanglichen Gründen habe ich diese vor dem Musikhören in die Küche verbannt. Vor der Anschaffung einer dritten Gitarre habe ich mit meiner besseren Hälfte einen Deal gemacht und meinen Akustikvorhang bekommen. Diesen kann man zurück schieben und er fällt nicht allzu sehr auf. Der Vorhang kommt natürlich auch dem Klang beim Musizieren zugute und so haben wir beide etwas davon.

Die NF-Kabel von Oyaide haben sich mittlerweile gut eingespielt und ich erwarte keine Veränderungen mehr. Das Niveau ist sehr hoch und toppt die JH88 von Hensler recht deutlich. Die JH88 bleiben aber nach wie vor sehr hochwertige NF-Kabel und werden in meiner Kette sicher ihren Platz finden. Sie lösen nicht ganz so gut auf und sind räumlich enger als die AZ-910 von Oyaide. In anderen Setup´s kann es mit den Oyaide vielleicht auch zu viel des Guten sein, wie gesagt: Silbertablett. So ganz läßt mich das Thema Kopfhörer ja noch nicht los und ich könnte mir die Hensler gut als NF-Kabel zwischen Verstärker und KHV vorstellen. Erst mal dürfen sie sich um den Fernsehton hinter dem ifi iDSD kümmern.

Den Akustikvorhang habe ich mir von Molton Discount auf Maß anfertigen lassen, ca. 2m hoch und 3m breit. Der Preis war extrem günstig und sie haben sehr schnell geliefert. Eine dicke Empfehlung! Einzig die Ösen sind sehr klein und man konnte keine größeren wählen. Der Vorhang hängt nun an einem Drahtseilsystem von Ikea, das passt. Wie klingt es nun im Vergleich zu vorher? Da wir auch vorher schon einen gut bedämpften Raum hatten, sind die Unterschiede nicht riesig aber doch hörbar. Das Klangbild ruht noch mehr in sich selbst und strahlt eine größere Souveränität aus. Ich hatte noch nicht wirklich Zeit und habe mal in ein paar Stücke reingehört. Demnächst mehr ... Meine Frau hat allerdings neulich, nach dem Aufhängen des Vorhangs, ein paar Stücke von einer Ihrer Lieblingsplatte "Neon Golden" (The Notwist) gehört und war sehr beeindruckt. Wir sind beide große Fans von The Notwist und bedauern sehr den Weggang von Martin Gretschmann (Console). Es gibt kaum einen Hörabend, wo nicht mindestens ein Stück von Notwist oder 13&God dabei ist.

Erster Hörabend mit Vorhang. Doch, die Unterscheide sind schon signifikant! Ich habe erst ein Lied ohne Vorhang gehört und dann mit. Wahnsinn! Stimmen und Instrumente stehen noch um einiges präziser im Raum, die Lokalisierung der einzelnen Phantomschallquellen gelingt müheloser. Eine sehr gute Investition für unter 100,- € und sehr zu empfehlen. Was kann nun noch kommen? Ach ja, der Netzfilter für den DAC ist angekommen ...

Ich habe ihn exakt in die gleiche Steckdose mit identischer Phase eingesteckt, wo sonst das Cobra-Stromkabel für den DAC steckt. Aus meiner Erfahrung mit neuen Komponenten gönnte ich dem Netzfilter ein paar Tage Zeit zum Einspielen. Ich habe dann einen langen Hörabend mit Filter gemacht und nach ungefähr zwei Stunden den Filter raus genommen und ein paar Lieder nochmals gehört. Tja, Unterschiede? Ich konnte nicht wirklich einen Unterschied hören und würde es eher in Richtung "Einbildung" sehen. Aber wenn mich meine Einbildung nicht getäuscht hat, war ein Tick mehr Räumlichkeit mit Filter zu vernehmen, dafür war das Klangbild etwas diffuser und heller. Insgesamt sind die Unterschiede unter "ferner liefen" zu verbuchen. Grundsätzlich denke ich schon, dass solche Filter mit Turmalin in Verbindung mit Ferrit schon gute Störunterdrückung erreichen können. Bei mir ist die Ausgangsbasis vermutlich "zu schlecht" um hier noch Unterschiede hören zu können. In Foren las ich auch, dass solche Filter vor der gesammten Kette deutliche Verbesserungen bringen sollen. Das habe ich auch noch ausprobiert und hier war der Unterschied deutlicher zu hören. Mit Filter nahm die Räumlichkeit ab und die Wiedergabe wurde im oberen Bereich aggressiver. Insgesamt kein riesiger Unterschied, jedoch gut hörbar. Scheinbar macht es sich doch bezahlt, ein in sich stimmiges Filterkonzept von Fisch-Audio zu betreiben.

Audio Optimum hat ja seit kurzem eine Komplettlösung im Programm, die ich sehr spannend finde (Direktverteiler). Der Spass ist allerdings nicht ganz billig ... Ich warte mal ab, was die Fachpresse in den nächsten Monaten so darüber schreibt. Der Filter geht die Tage wieder zurück, vielen Dank an den Erbauer.

Und dann das Thema Kopfhörer, irgendwie läßt es mich im Moment nicht los. Ich habe dann nochmal den iFi über die Hensler JH88 NF-Kabel mittels Adapter von Audioquest angeschlossen. Es klang an meinen InEars nicht besonders, auch bei kleinster Verstärkung (guter Regelbereich). Das der iFi gut klingt, wenn er normal angeschlossen ist, weiß ich und habe damit über meinen Audezé LCD-2 lange hochzufrieden gehört. Dieser Weg ist durch den neuen DAC gesperrt und ich kann den iFi nur über den 3,5mm Eingang anschließen. Laut Bedienungsanleitung wird beim Einstecken in die Buchse der DAC abgeschaltet und nur der KHV genutzt. Dazu später mehr ...

Schön wäre natürlich eine portable Lösung, die ich auch zum Sport oder in den Urlaub mitnehmen kann und nicht ganz so weit vom Klang meiner normalen Kette entfernt bin. Für Digital Audio Player (DAP) kann man heutzutage ja richtig viel Geld ausgeben. Ich habe mich durch viele Tests gelesen, Videos geschaut und bin immer wieder auf den Plenue D gestossen. Dieser Player ist preislich sehr attraktiv, schön klein und hat kein Schnick-Schnack verbaut, den ich eh nicht brauche und auch gar nicht haben will. Klanglich soll er dicht an den teuren Lösungen sein, was ich mangels Vergleichbarkeit nicht nachvollziehen kann. Zur Zeit spielt er sich an meinen SoundMagic E50 ein und beim ersten Reinhören macht er schon eine gute Figur. Nach ein paar Tage Einspielzeit eine schöne Kombi mit mächtig Druck im Bass. Ich habe letztlich alle Klangbeeinflussung ausgeschaltet, also auf "Normal" gelassen. Damit klingt er für mich an den InEars am besten und macht beim Sport richtig Laune.

Nun ist der SoundMagic ein guter InEar aber bestimmt kein "HighEnd" und immer dann ideal, wenn man sich von der Außenwelt abschotten und dabei "vernüftig" Musik genießen möchte. Wenn ich möglichst hochwertig über Kopfhörer hören möchte, käme natürlich auch ein großer "OverEar" in Frage. Das Angebot ist ja mittlerweile so unüberschaubar geworden aber wie so oft im Leben, spielte mir das Schicksal in die Hände. Mittlerweile habe ich einige Mitarbeiter von Sennheiser in meinem Umfeld und bei einem Plausch ergab es sich, dass mir jemand einen Kopfhörer zum Mitarbeiter Einkaufspreis angeboten hat. Nach einiger Recherche entschied ich mich für den HD 660S, da ich mich vor dem Jahreswechsel schnell entscheiden musste und keine Gelegenheit mehr zum Probehören hatte. Ich hatte damals 2012 parallel zum Audezé auch den HD 800 und HD 650 für einige Wochen zu Hause. Der HD 800 war sehr dicht am LCD-2 und der HD 650 fiel etwas ab, war aber dennoch ein sehr guter Kopfhörer. Der neue HD 660S soll dicht am HD 800 liegen und bei zu zahlendem Preis konnte ich nicht nein sagen.

Der HD 660S soll mit 150 Ohm besser an einem DAP spielbar sein als hochohmige Kopfhörer. Er bietet auch die Möglichkeit des symmetrischen Anschließens, was einen externen Kopfhörerverstärker für zuhause sehr interessant macht. Klar ist, dass der HD 660S am DAP unter seinen Möglichkeiten spielt aber wie weit kommt man klanglich mit dieser Kombi? Interessant auch hier wieder, wie lange der Player brauchte, um einigermaßen rund zu spielen. Ganz unschuldig war ich allerdings nicht, erst habe ich die Kombi mit den normalen Kabeln (3m plus Adapter) über mehrere Tage eingespielt, dann kamen die bestellten kurzen Kabel (1,3m mit 3,5mm Stecker) und nach etwas längerer Suche habe ich Kabel von Oyaide (HPC-35HDX) in 1,3m Länge gefunden. Erst nur bei japanischen Anbietern mit langen Lieferzeiten und hohen Preisen und dann zufällig unter etwas anderer Bezeichnung auf Amazon (Oyaide HPC Sennheiser HDX Kabel), die Lieferung direkt über Amazon ging schnell und dann ... einspielen. Er klingt nicht schlecht am Plenue D aber gerade bei älteren Aufnahmen ist die maximale Lautstärke doch eher mager. Auch bei klanglich sehr guten Aufnahmen merkt man, wie der Player im Bass einknickt. Wo über die InEars so ein richtig tiefer Bass kommt, weht über den Sennheiser nur ein laues Lüftchen. Mit den vielfältigen Möglichkeiten der Klangregelung am Cowon Plenue D läßt sich zwar einiges rausholen aber irgendwie muss da mehr gehen.

Dann begann ich nach günstigen Lösungen für meine Kette zu suchen. Ich habe ja noch die NF-Kabel von Hensler (JH88) und könnte einen externen Kopfhörerverstärker über Tape Out anschließen. Erst mal versuchte ich wieder, meinen ifi iDSD dafür zu benutzen, der hat allerdings nur einen 3,5mm Eingang und somit wären die JH88 raus. Die Oyaide Kabel, die ich mir mal für den iDSD gekauft hatte, hängen seit einiger Zeit an einem Bluetooth-Empfänger - ideal für Musik über Amazon so nebenbei. Das Kabel habe ich nun nochmal mit dem iDSD über Tape Out verbunden und es klang mit dem Sennheiser HD 660 s schon deutlich besser als am Plenue D. Das Umstecken nervt allerdings etwas und ich würde ja gerne direkt die JH88 verwenden. Also tagelang immer wieder nach bezahlbaren Kopfhörerverstärkern (KHV) gesucht, tlw. auf eBay mit geboten aber nicht wirklich was gefunden. Viel Geld wollte ich nicht ausgeben ...

Dann bot jemand auf eBay Kleinanzeigen einen iFi Nano iCan an, den kannte ich gar nicht und er bot genau das, was ich suchte. Er hat hinten Eingänge für NF-Kabel und 3,5mm. Vorne eine 6,3mm Kopfhörerbuchse, zwei Schalter zur Klangbeeinflussung und den Lautstärkeregler mit Ein-/Aus. Ich fand nicht viel im Netz über das Gerät aber alle waren begeistert. Das kleine Teil hat mal 170,- € gekostet und ich fand tatsächlich keinen zweiten gebrauchten im Netz. Der Nano iCan wurde scheinbar nicht lange gebaut und es gibt noch einen großen Bruder, der mehr Leistung haben soll. Klanglich wurde dieser aber eher kritischer beurteilt und soll Probleme mit Einstreuungen haben. Da der kleine laut Foren und Testberichten auch richtig schwierige Kopfhörer antreiben soll, wagte ich den Kauf.

Er kame ein paar Tage später und sieht aus wie neu, mit allem Zubehör etc. Also erst mal den Akku laden - ja, es soll eigentlich ein mobiler KHV sein. Ein erster Hörcheck ... der hat mal Power, der Kleine. Ich habe ihn erst mal einige Stunden einspielen lassen und am nächsten Tag die Gain-Einstellungen auf der Unterseite komplett auf Null gesetzt. Nun hatte ich ordentlich Regelbereich und das Ding spielt lauter als meine Ohren es mitmachen würden. Er klingt sehr natürlich, schön räumlich und hat gut Druck von unten. Ich lasse alle Klangregelungen auf Null, sonst wird es too much. Man kann mit zwei Kippschaltern den Bass verstärkern und eine Art Crossfeed aktivieren. Beides braucht der Sennheiser nicht. Ich werde nun öfters mal über Kopfhörer hören und berichte demnächst mehr vom kleinen Nano.

Ein paar Wochen und über Kopfhörer gehörte CDs später ... Nicht schlecht und für entspanntes Liegen auf dem Sofa ganz nett. Das Klangbild ist sehr klar, natürlich und räumlich. Der Bass kommt schön satt von unten aber keineswegs fett, bassarme Aufnahmen lassen sich mit der Bassanhebung sehr angenehm tunen. Alte Genesis-Aufnahmen aus Peter Gabriels Zeiten werden so einfach etwas schöner. Ich habe keinen Vergleich, was ein deutlich besserer KHV da noch rausholt. An der Strecke bis zum KHV dürfte nicht mehr soviel Potential stecken und ein Upgrade ganz oben im Regal wird bestimmt noch Verbesserungen bringen. Bei Gelegenheit werde ich das gerne mal probieren aber ...

Der Unterschied zwischen dem Klang aus dem Kopfhörer und Lautsprechern ist so immens und läßt sich eigentlich nicht vergleichen. Dabei spielt sicherlich auch eine Rolle, wie man zu hören gewohnt ist. Wer hauptsächlich über InEars und/oder Kopfhörer Musik hört und nie eine gute Stereoanlage hatte, wird evetuell diesen Klang im Kopf sogar vorziehen, zumal ja viel Menschen gar nicht die Möglichkeit haben, eine gute Stereoanlage perfekt aufzustellen und in entspreched angemessener Lautstärke zu betreiben. Und lassen wir die Kirche im Dorf, mit einem 400,- € Kopfhörer an einem 170,- € Kopfhörerverstärker kann und will ich mir kein echtes Urteil erlauben. Da ist noch viel Luft nach oben ...

Neues Thema: Software JRiver

Ich höre ja nun fast 10 Jahre über die Software JRiver MediaCenter und habe im Laufe der Jahre immer mal wieder auf eine neue Version upgedated. Bereits früher ist mir aufgefallen, dass eine neuere Version (meist überspringe ich ein paar Versionen) auch einen besseren Klang bringt. Nun "musste" ich gestern von MC 25 auf MC 26 updaten, die Einzelheiten erspare ich den Lesern aber es war eine Mischung aus eigener Dummheit und Unwissen. Passiert mir vermutlich nicht noch einmal. Nun ja, auf jeden Fall sah ich keine andere Möglichkeit, als die alte Version komplett zu löschen (auch alle Ordner in den entsprechenden Windows-Ordnern) und die Version 26 runter zu laden und neu zu installieren. Das geht schnell aber bis dann alle Einstellungen wieder korrekt sind und auch das iPad eingebunden ist, vergeht schon ein halbes Stündchen. Nur noch ein kurzer Soudcheck und ich werde das beim nächsten Hörabend verifizieren aber wenn ich mich nicht total verhört habe, scheint die Version 26 klanglich eine Schippe drauf gelegt zu haben. MC 26 gibt es noch nicht lange aber nach etwas googeln habe ich einen Hinweis im JRiver Forum gefunden:

The 26 upgrade, after comparing it to 25 back to back, however seems to go much further, at least on my HRT HD DAC, it seems to make a deal of windows system changes? The sound is overall bigger as though the DAC is getting more voltage? The sound also seems a good deal cleaner with less digital glare much in the same way you get with a power supply upgrade.
Overall a great result and $30 well spent!

Es unterhalten sich dann noch verschiedene Leute über das Thema, scheint mich mein Gehör doch nicht getäuscht zu haben.

Bedingt durch die Corona Pandemie hatte ich sehr viel Zeit und war zudem einige Wochen "Strohwitwer". Draußen war es noch recht kalt und so nutzte ich die Abende gerne zum intensiven Musikhören. Ganz früher hatte ich meine Geräte nie ausgeschaltet, seit einigen Jahren ließ ich nur die Vorstufe im Dauerbetrieb und Endstufe sowie DAC schaltete ich ab. Wenn ich Musik hören wollte, schaltete ich beides meistens ein paar Stunden vorher an. So weit, so vernüftig! Allerdings benötigen meine Geräte im Leerlauf sehr wenig Strom und so ließ ich einfach mal alles dauerhaft an. Die erste Zeit klang es wie gewohnt traumhaft aber nach zwei bis drei Wochen stellte sich gewisse Magie ein, die ich fortan nicht mehr missen möchte. Ein AB-Vergleich ist natürlich nicht machbar aber auch nicht nötig. Oft lasse ich ja meine Lieblingstitel per Zufall laufen und mich sozusagen überraschen. Es waren jetzt immer wieder Titel dabei, die mich klanglich überrascht haben - so magisch klangen sie vorher einfach nicht. Wir haben seit vielen Jahren Öko-Strom und sonst keine großen Stromverbraucher wie Aquarium etc. - ich kann es mit meinem Gewissen vereinbaren!

Im März erschien die Image Hifi 02/2020 mit einem Bericht über den NOS-DAC 2 von Audio Optimum. Er spiegelt sehr schön meine Erlebnisse mit dem NOS-DAC wieder. Ich greife mal zwei Aussagen von Heinz Gelking raus, die eigentlich alles ausdrücken:

"Es ist wirklich alles da. Ohne Filter sozusagen. Und nicht nur sozusagen, der NOS-DAC nimmt mich sofort gefangen"

"Auch ein CD-Ripp mit nur 16 Bit/44,1 kHz kann audiophile Träume erfüllen, zumindest dann, wenn ein NOS-DAC im Spiel ist"

Den ganzen Testbericht kann man bei Audio Optimum als PDF runter laden.

Ich hatte auch per Email Kontakt mit Herrn Gelking und er verwies auf die in Image Hifi 3/2019 vorgestellten Stromkabel und Verteiler hin. Auch diesen Bericht findet man bei Audio Optimum als PDF zum runter laden. Vielleicht probiere ich das System irgendwann mal aus, scheint jedenfalls "Hand und Fuss" zu haben, wie alles bei Stefan Wehmeier.

Im Mai 2020 erschien bei www.fairaudio.de ein Bericht über einen NOS-DAC aus der Schweiz, interesantes ist unter "Vergleiche" zu finden. Herr Dr. Mertens schrieb folgendes:

"Mir fällt nur ein einziger Wandler ein, der mich bisher in ähnlicher Weise begeistert hat wie der Merason DAC-1: der NOS-DAC 2 von Audio Optimum (mit Reclocker im Set 4.400 Euro). In Sachen Oversampling geht er ähnliche Wege, ist ansonsten vom Konzept her allerdings völlig anders. Er hört schon bei 16 Bit/88,2 kHz auf und kann damit nicht einmal den neuen Hi-Res-Quasi-Standard 24 Bit/96 kHz – und er besitzt keinen USB-Eingang, sondern möchte sein I²S-Signal von einem externen Relocker zugespielt bekommen. So gefüttert, spielt der Audio Optimum mit Redbook-Daten vielleicht sogar noch ein bisschen spannender als der Merason – höhere Auflösungen weiß er allerdings weniger zu schätzen, soweit er sie denn überhaupt verarbeiten kann."

Seit einigen Jahren verrichtet ein Audioquest Jitterbug treu und brav seinen Dienst, aktuell sitzt er hinter dem USB-C-Adapter am Laptop. Kürzlich brach nach einigen Stunden plötzlich die Musikwiedergabe ab und ich begab mich auf Fehlersuche. Der Fehler war der defekte USB-C-Adapter und nach dem Tausch lief wieder alles einwandfrei. Da ich erst einmal den Jitterbug in Verdacht hatte, entfernte ich auch diesen und nach dem Test mit dem neuen USB-C-Adapter war der Jitterbug noch raus genommen. Musik kam ja nun wieder aber wo ist der gewohnte Zauber hin? Jitterbug wieder zwischen geschaltet und da war er wieder, mein Klang! Damals wollte ich eigentlich gleich zwei Jitterbugs kaufen, Audioquest empfiehlt dies auch ausdrücklich. Das holte ich nun nach und schloss diesen über meinen Huawei-Adapter parallel zur Festplatte an. Es lohnt sich auf jeden Fall und wieder sind es diese Kleinigkeiten, die mich staunend vor der Anlage sitzen lassen. Die Unterschiede sind nicht so groß wie einer oder keiner, dennoch gut nachvollziehbar. Besonders die Räumlichkeit nimmt etwas zu und Stimmen klingen noch realer.

Wie klingt es, wenn der Jitterbug direkt in den Signalweg zur externen Festplatte steckt? Grausam für meine Ohren!!! Die Räumlichkeit brach deutlich ein und das Klangbild wurde aggressiv. Schnell wieder umgesteckt und das gleiche Lied war klanglich nicht wieder zu erkennen. Tja, die Kleinigkeiten ...

Dann habe ich etwas tolles auf Ebay entdeckt, allerdings in Amerika. Meine hochgeschätzten Blotevogel CD-STR5 in der damals letzten Version mit dem Federelement, nach denen ich schon länger gesucht hatte. Durch die aufgesetzten Federelemente steigt die Standhöhe deutlich an, was für meinen Verstärker ideal ist und auch einfach besser aussieht. Bei den bisherigen musste ich ja mit Filzplättchen die Höhe regulieren, damit der Rand vom Verstärker nicht aufsetzt.

Gekauft habe ich sie natürlich aus klanglichen Gründen, was bringen sie im Vergleich zu denen ohne Federelement? Erstaunlich immer wieder, wie viel solch kleine Änderungen bewirken. Das Klangbild wirkt etwas schlanker und dadurch etwas höher aufgelöst. Der Tiefbass bleibt jedoch erhalten und wirkt differenzierter. Da die CD-STR5 neu waren, werden sie sich gerade in der ersten Zeit noch leicht dehnen und vermutlich das Klangbild in Richtung mehr Grundtonwärme verschieben. Ich lasse mal ein paar Wochen ins Land gehen ... Bei einem kleinen Hördurchgang nach einer Woche haben sie mir sehr gut gefallen und ich bin gespannt auf den ersten richtigen Hörabend.


Aktuell höre ich folgendermaßen:

Hausanschluss Sicherungen (die 3 getrennten Phasen) hochreine Kupfersicherungen von AHP

Getrennte Schmelz-Sicherung im Sicherungskasten für die Anlage von AHP

Getrennte Zuleitung mit Stromdose von HMS

Die Strominstallationen wurden seinerzeit nach dem Hauskauf vom Elektriker durchgeführt

Stromleiste AFL von Fisch Audiotechnik

Performance-Netzkabel für Verstärker Vor- und Endstufe jeweils von Fisch Audiotechnik

Rack aus Birke Multiplex

Huawei Matebook X mit JRiver Musiksoftware, Musik wird aus Arbeitsspeicher gespielt

Musik abgelegt auf Samsung SSD T5 500 GB

Oehlbach USB-Kabel Evolution CC50 zwischen SSD und Matebook

USB-C-Adapter von Audioquest

Audioquest Jitterbug

Low Noise Netzteil von Aqvox  (speist den Aqvox MyDDC SE USB Konverter)

USB-Kabel Oyaide Continental 5s (Reinsilber) zwischen PC (hinter Low Noise Netzteil) und MyDDC

Aqvox MyDDC SE USB Konverter mit Software Musiland über ASIO-Treiber in JRiver eingebunden (sehr exakter Datentransfer mittels Bulk-Übertragung)

Oyaide Digitalkabel DR-510 (Reinsilber) zwischen MyDDC und Audio-Optimum NOS-DAC

Digital-Analog-Wandler Audio-Optimum NOS-DAC, gelagert auf drei Ceraballs von Finite Elemente

Linearnetzteil von Audio-Optimum für den NOS-DAC, Stromverbinder Cobra von McIntosh

NF-Kabel AZ-910 (Reinsilber) von Oyaide zwischen DAC und Verstärker

Verstärker RG 10 MK IV Reference (2018) von Symphonic Line, Netzteil und Verstärker gelagert auf Blotevogel CD-STR5

JH88 LS-Kabel zwischen Verstärker und Lautsprechern

Lautsprecher Martion Bullfrog passiv - die ältere Version aber mit optimierter Frequenzweiche durch Martion (tiefere Ankopplung des Horns)

Optimierte Raumakustik (Akustikvorhang), sowie exakt auf den Millimeter aufgestellte Lautsprecher (Wandabstände, Einwinkelung)

Kopfhörer Sennheiser HD 660 S

Kopfhörerverstärker Ifi Nano iCan, verbunden über Tape Out mittels NF-Kabel Hensler JH88

Allgemeines zum Thema High End:

In den Augen der meisten Menschen werden wir als, sagen wir mal „wunderlich“ angesehen, so viel Geld in eine profane Stereoanlage zu investieren? Es ist sicherlich eine Sucht und eine kostspielige dazu, wenn man eine Highend-Anlage aufbauen will. Bei mir dauert diese Sucht fast mein ganzes Leben, ich habe schon fasziniert als 10-jähriger Tubular Bells von Mike Oldfield über Kopfhörer auf dem Plattenspieler meiner Schwester gehört und war begeistert. Von Highend war das natürlich weit entfernt aber für meine Ohren damals faszinierend.

In diesem Umstand liegt der Suchtfaktor begründet. Was für mich damals unglaublich gut klang, würde mir heute vermutlich ein kaltes Grausen bescheren. Das Gehör gewöhnt sich an schöneren Klang immer recht schnell und je besser die Kette spielt, desto feinsinniger reagiert es auf allerfeinste Änderungen. Leider wird die Luft nach oben immer dünner und gerade die letzten Prozent sind meist nicht mehr bezahlbar oder man muss sehr akribisch suchen, um bezahlbare Lösungen zu finden. Dadurch bleibt das Hobby so spannend und ich hoffe, mein Gehör spielt noch lange Zeit mit.

Ab und zu habe ich mal Freunde / Bekannte / Kunden zu Hause, die gerne mal in meine Kette reinhören möchten. Alle, ohne Ausnahme, waren sehr beeindruckt und konnten verstehen, dass man Musikhören als Hobby betreiben kann. Bei Interesse kontaktieren Sie mich.

High End ist ein einsames Hobby, da es in normalen Wohnräumen nur einen Sitzplatz gibt, wo der Klang ideal ist. Scheinbar gibt es daher in unzähligen Internetforen erbitterte "Grabenkämpfe", was das Beste sei, da ja jeder nur subjektiv den Klang seiner Anlage beurteilen kann.  Ähnlich wie in der Fotografie meinen viele, immer wieder das Neuste und vermeintlich Beste kaufen zu müssen. Oftmals stellen sie dann fest, dass die neue Kamera auch keine besseren Bilder macht oder der neue Verstärker auch nicht schöner klingt. Ich ticke da ein wenig anders und für mich steht immer die (subjektiv) wahrnehmbare  Qualität im Vordergrund. Bei Bildern ist das noch recht einfach, wenn meine Kunden (und ich) von den Bildern begeistert sind, scheint die Ausrüstung ja ihren Zweck zu erfüllen. Bei der Musik sind meine Ohren der Maßstab und nur mein Empfinden zählt. Ich hatte vor Jahren einen Freund zuhause, der die neuen Bullfrogs hören wollte. Sein Kommentar werde ich nicht vergessen und er zeigt, dass es nicht "die" beste Anlage geben kann: "Wenn ich so eine Anlage hätte, würde ich jeden Abend davorsitzen und Musik hören. Allerdings wird es auch Leute geben, denen das zu viel ist, man wird vom Klang ja förmlich erschlagen."

Wirkliche hörbare Fortschritte gab es in den letzten Jahren meiner Meinung nach hauptsächlich in der Digitaltechnik. USB- und SPDIF-Kabel, Reclocker, ASIO-Treiber, Wandler etc. werden permanent weiterentwickelt und auch bezahlbarer. Hier lohnt es sich tatsächlich, mal ab und an nach bezahlbaren Alternativen zu suchen. Leider gibt es dann kein Zurück mehr, der Klang brannte sich über die Jahre förmlich ins Gedächtnis ein und so werden vermeintlich feinste Unterschiede plötzlich für das eigene Empfinden riesengroß. Nur das zählt! Für einen Außenstehenden, der die Anlage und die Musik nicht oder nicht gut kennt, sind diese Unterschiede vielleicht völlig belanglos oder gar nicht wahrnehmbar.

Ich lese nach wie vor online ein paar Hifi-Zeitschriften, stöbere in Foren, besuche ab und an Messen und halte mich auf dem Laufenden. Neues kaufe ich nur noch nach ausführlichem Test in meiner Anlage. Ich lasse mir auch nichts einreden sondern "vertraue" nur meinen Ohren. Jeder empfindet Musik ja unterschiedlich und der eigene Klang sollte der eigenen Empfindung möglichst nahe kommen, also wie klingt es für mich am besten. Da kann der Verkäufer Kabel XY als ja soviel besser wie mein verwendetes darstellen, wenn es mir nicht gefällt, ist es nichts für mich.

Ich hatte kürzlich (04-2020) ein langes Telefongespräch mit jemanden aus der Szene der Entwickler, wo genau diese Dinge zur Sprache kamen. "Silberkabel machen Sound und klingen nicht natürlich" Gut möglich, dass nicht jeder mit der extrem hohen Auflösung reiner Silberkabel klar kommt bzw. seine übrige Kette damit ihre ganzen Probleme offenbart. Bei mir haben sie sich jedenfalls völlig in die Kette integriert und spielen ohne jeglichen Anflug von Härte oder Künstlichkeit. Jeder muss sein Ideal finden, da lässt sich auch nicht drüber streiten. Auf meiner Wunschliste (nach dem Lottogewinn) stehen jedenfalls auch für die Lautsprecher reine Silberkabel, z.B. das KS-6068 von Kimber.

Wie empfinde ich Musik?

Ich habe in meinem Leben einige Leute kennen gelernt, die genau wie ich, sehr viel Geld in ihre Kette stecken, um einen immer besseren Klang zu realisieren. Aber eigentlich geht es den meisten eher um die technische Seite und sie hören, um zu Beurteilen was sie wo noch verbessern können. Das ist bei mir völlig anders, ich bin "süchtig" nach Musik und der gute Klang ist "Mittel zum Zweck". Wenn mir Musik nicht gefällt, kann sie noch so gut klingen, sie berührt mich nicht. Wenn sie mir aber gefällt und dann auch noch fantastisch klingt! Ich höre am liebsten im dunkeln mit geschlossenen Augen und Beine hoch. Mit einem edlen Tropfen wird das ganze nochmals intensiver. Logisch, oder? Dann beginnt vor meinen Augen ein Film abzulaufen, zu fast jedem Song sehe ich den passenden Videoclip im Geiste und wenn alles gut läuft, also die richtige Musik zur richtigen Stimmung mit dem "richtigen" Klang, wird es magisch. Ich falle in eine Art Trance und bin in einer anderen Welt. Das war schon immer so und wer sich hier wiedererkennt, kann es nachvollziehen. Für viele ist Musik hören etwas für nebenbei, ich höre nebenbei höchtens mal Radio oder Musikvorschläge durch Amazon, um neue Musik zu entdecken. Mein "Musik hören" ist anders, es wird zelebriert und geht nur, wenn ich alleine bin. Wir haben das Glück in einem kleinen Haus zu wohnen, wo ich auch Nachts noch laut hören kann. Meistens höre ich gar nicht mehr so laut wie früher aber in einer Mietwohnung würde es eher nicht gehen. Hinzu kommt der Schichtdienst meiner Frau, das schafft Freiräume für mein Hobby. Hier draus wird ersichtlich, dass mir die Technik eigentlich völlig egal ist. Eigentlich? Sie ist mir nicht egal, weil hinter den Geräten, Kabeln und Zubehörteilen immer Menschen stehen, die sie erschaffen haben. Ich bin mir ganz sicher, diese Leidenschaft aus den Produkten raus zu hören. Wer einen Heiner Basil Martion persönlich kennt, weiß um die Leidenschaft, mit der diese Menschen ihre Produkte entwickeln und, noch wichtiger, immer weiter daran feilen. Dabei geht es nie in erster Linie ums Geld, sondern ihre eigenen Idealvorstellungen zu verwirklichen. Ich bin weder mit Martion, Wehmeier oder Gemein "verheiratet", doch würde ich immer zuerst dort schauen, wenn ich neue Lautsprecher, einen neuen DAC oder einen neuen Verstärker kaufen wollen würde. Herr Martion hat in einer kleinen Runde mal einen sinngemäß folgenden Satz gesagt: "Meine Aufgabe im Leben scheint, Menschen mit gutem Klang glücklich zu machen". Hat geklappt Herr Martion, ja und irgendwann höre ich mir mal das Einhorn an. Warte nur auf den Lottogewinn.

Was höre ich so? Die Reihenfolge ist keine Rangliste und ich höre natürlich noch viel mehr, hier nur meine Evergreens. Wird regelmäßig fortgesetzt ...

Tom Waits

Tief in den 1980er Jahren spielte mir ein Freund ein Lied von Tom Waits (CD Raindogs) vor und ließ mich raten, wie alt wohl der Sänger sei. Damals war Tom Waits (Geb. 1949) Mitte 30 und ich verschätzte mich total. Ich kaufte mir die CD und ab da war es um mich geschehen. Meine damalige Freundin und heutige Frau fand ihn auch richtig gut und wir haben 1987 ein Konzert in Hamburg und 1999 in Berlin besucht. Beide waren ein unvergessliches Erlebnis. Seine Musik ist für mich fester Bestandteil meines Lebens.

Gravenhurst (Nick Talbot)

Ich hatte seine Musik gerade so richtig entdeckt und lieben gelernt, da hörte ich im Radio von seinem Tod. In seinen Liedern lebt er weiter ... vielen Dank Nick.

Portishead & Massive Attack

Mitte der 1990er Jahre haben wir in Celle gewohnt und meine Freundin war mit ihrer besten Freundin ein paar Tage unterwegs. Sie nahmen unser Auto und das Auto von ihr und ihrem Freund blieb vor der Tür stehen, ich durfte es die Tage benutzen. Tiddi hatte einen CD-Wechsler im Auto und beim losfahren lief Portieshead - die Musik nahm mich sofort gefangen und als ich wieder zu Hause war, habe ich das Magazin mit ins Haus genommen und dort auch Massive Attack entdeckt. Bei uns stand auch Mitte der 1990er Jahre schon ein Anlage weit über Durchschnitt und es wurde ein toller Hörabend. Bis heute sind alle Platten von diesen Bands Evergreens in meiner Sammlung.

Neil Young

Habe ich schon als Jugendlicher geliebt und höre auch heute noch eher die älteren Sachen immer wieder gerne. Meine Lieblingsplatte ist "On the Beach". "After the Goldrush" habe ich damals auf Platte gekauft, also frühe 1980er Jahre und diese Platte sticht für mich auch heute noch raus. Besonders freue ich mich auf "Homegrown" und habe sie gleich vorbestellt. Hintergründe am besten mal googeln.

Lambchop

"Is a woman" begleitet mich seit Erscheinen auch wegen dieser unheimlich intensiven Abmischung. Ich habe viele weitere Platten von Lampchop gekauft, leider kommt für meinen Geschmack keine sehr dicht an mein Lieblingsalbum ran.

Eels

Die Band um Mastermind Mark Oliver Everett habe ich 1996 mit erscheinen von "Beautiful Freak" entdeckt und mich sofort in die Musik verliebt. Ich fieberte auf das Erscheinen der nächsten Platte hin und "Electro-Shock-Blues" hat mich nicht enttäuscht. Leider nahm die Begeisterung dann mit jeder Platte etwas ab und nach "Daisies of the Galaxie" und einzelnen Songs von "Souljacker" liebe ich noch "Useless Trinkets". Aber auf jeder Platte finden sich einzelne Perlen.

Alpha

"Come from Heaven" habe ich kurz vor meiner High End Sucht 1997 entdeckt. Diese Platte begeistert mich auch nach unzähligen Hören immer wieder aufs neue und sie versetzt mich fast in Trance. Die Platte bietet aus klanglicher Sicht mit jeder Verbesserung in der Wiedergabekette immer mehr zu entdecken. Leider konnte ich mich mit "The Impossible Thrill" nie anfreunden und habe mir gerade frisch "Stargazing" bestellt. Schaun mer mal.

Ganz schön Feist

Da hatte uns eine gute Freundin mal eine gebrannte CD mitgebracht. So nach und nach wurden wir richtige Fans und haben bis zur Auflösung auch Konzerte besucht. Aus "Ganz schön Feist" wurden später "Die Feisten".  Klanglich zählen diese CDs mit zum Besten was geht, aber auch textlich und musikalisch allererste Güte. Meine Lieblingsplatte ist "Hüa" mit sehr ernsten Themen und sehr viel Lebensweisheit.

Herman van Veen

Die erste Platte von Herman ist immer noch meine Lieblingsplatte. Ich kann mich gut erinnern, als ich damals die Hensler Kabel in meine Kette integrierte und alle meine Musik neu entdeckte. Wie erstaunt war ich über den tollen Klang, so hatte ich diese CD noch nie gehört. Ich habe einige Platten von ihm und auch ein paar Konzerte seit Anfang der 1990er Jahre besucht. Ein toller Musiker, ein guter Mensch und das ein oder andere Lied ist fast bei jedem Hörabend dabei.

Will Oldham

Den meisten vermutlich besser unter Bonnie "Prince" Billy bekannt. Bei mir ging es mit "Master and Everyone" los und einige Platten folgten. Teilweise extrem gut aufgenommen aber auch die nicht so gut klingenden CDs versprühen ein schönes analoges Flair. Als Beispiel sei hier "Ease down the road" mit der deutlichen Schlagseite in Richtung tiefe Töne genannt. Mr. Oldham ist sehr fleißig und von Zeit zu Zeit erweitere ich meine Sammlung mit Perlen von ihm.

Genesis bis Ende 1970er Jahre

Genesis entdeckte ich in den 1970er Jahren über das Radio und hatte Aufnahmen auf Tonband. 1980 schenkte mir mein Bruder "Duke" zum Geburtstag und ich verliebte mich sofort in die Platte. Dann schaute ich nach weiteren LP´s und landete schnell in der Phase mit Peter Gabriel. In den 1980er Jahren habe ich sehr viel Genesis der frühen Jahre gehört und liebe diese Musik auch heute noch. Die ersten Platten mit Phil Collins als Sänger gefallen mir auch, in den 80er Jahren wurde es mir dann zu poppig. Die Soloplatten von Peter Gabriel habe ich natürlich auch, zumindest die früheren. Zeitlos schöne Musik und echt der Wahnsinn, in welch jungen Jahren Genesis schon diese Musik verwirklicht hat. Vor vielen Jahren haben meine Frau und ich uns ein paar Konzerte von The Musical Box angeschaut, die sollen den originalen Konzerten aus den 1970er Jahren ja sehr, sehr nahe kommen. Das war wirklich ein Erlebnis und ein Traum meiner Jugend wurde erfüllt.

King Crimson (frühe Jahre)

Wer Genesis zu Zeiten Peter Gabriel mag, für den ist King Crimson in der frühen Besetzung nicht weit. Machmal waren sie mir dann schon etwas zu heftig und ich mag die eher getragenen Stücke. Aber z.B. "Islands" ist so eine Platte, die ich einfach so richtig laut und von Anfang bis Ende durchhören muss, zumindest alle paar Jahre. Oh ja, heute Abend ... meine Frau ist nicht zu Hause. Übrigens entfalten die King Crimson Aufnahmen eine klangliche Magie, die den Genesis Aufnahmen leider fehlt.

Mark-Almond (Jon Mark und Johnny Almond)

Mitte der 1980er Jahre war ich ein viertel Jahr bei der Bundeswehr in Bremen auf Lehrgang (MatNachwUffz Teil 2). Wie es der Zufall wollte, lebten Freunde in einer WG unweit der Kaserne mitten in Bremen. Besonders Christian hatte eine sehr schöne Plattensammlung und so nahm ich mein (sehr gutes) Technics Tapedeck mit nach Bremen und hörte mich immer weiter durch seine Sammlung. Dort entdeckte ich auch Mark-Almond und habe mir später alles auf CD gekauft. Die Musik ist wunderschön, oft traurig und klanglich wie so viele frühe 1970er Aufnahmen einfach bezaubernd. Danke, Christian. Beim Schreiben dieser Zeilen habe ich geschaut, welche CD´s ich noch nicht habe und mir zwei bestellt - freu!

Van Morrison

Auch seine Musik entdecke ich bei Christian und liebe bis heute die 1960-70er Musik von Van Morrison. Besonders "Veedon Fleece" . Ich zitiere Ulf Kubanke: "Falls die alte These stimmen sollte, wonach großer Schmerz meist in ebenso großer Kunst mündet, ist "Veedon Fleece" ihr bester Kronzeuge. Der Belfaster nimmt alle Pein und gießt sie in eine Form so finster wie sein Befinden, dabei so grün wie die Hügel Irlands. Heraus kommt eine der besten Platten von Van the Man." Die remasterte CD von 2008 hat noch Bonus-Tracks, da ist für mich "Twilight Zone" eine absolute Bereicherung zu der Original-CD.

Sixto Rodriguez

Die Dokumentation "Searching for Sugar Man" war ein Tipp im Bekanntenkreis: "Die Musik könnte was für mich sein" Volltreffer. Wir haben den wirklich schönen Film über die Suche des verschollenen Musikers gesehen und die Musik aus den frühen 1970er Jahren begeisterte mich sofort. Nach dem Film habe ich sofort die CD bestellt und am Anfang rauf und runter gehört. Auch klanglich eine sehr interessante Platte, mit extremer Räumlichkeit und dem typischen, weiten Stereopanorama,  dass viele Aufnahmen aus dieser Zeit so einzigartig macht.

Simon & Garfunkel

Wenn ich schon mal bei den alten Kamellen bin ... die Musik begleitet mich auch seit meiner Geburt und ich habe mir vor Ewigkeiten alle Studioalben auf CD gekauft, nach dem diese remastert erschienen. Klanglich aller erste Sahne und ich picke mir gerne ein Lied für einen Hörabend raus. Schön auch die Bonus-Tracks.

Iron and Wine

Ich liebe die frühen Solo-Alben von Sam Beam, die sind mittlerweile Evergreens für meine Ohren. Klanglich sehr interssant ist das Album "Our endless numbered days" und ich bin jedes mal wieder echt hin und weg. Im positiven Sinne etwas überproduziert und ich glaube mich live im Studio dabei zu sein. So muss High End!

The Beatles

Ähnlich wie bei Genesis höre ich die Beatles nur noch selten, trotzdem liebe ich die Musik nach wie vor und ab "Revolver" mag ich eigentlich alles von den Beatles. Als ich noch in der Kinderkarre lag, haben mich meine Mutter und Geschwister gerne vor die laufende Musiktruhe geschoben und ich war glücklich. Im Radio lief natürlich viel von "The Beatles" und die haben meinen Musikgeschmack sehr stark beeinflusst. Ich weiß noch sehr gut, wie ich als jugendlicher bei meinem Kumpel Udo saß und wir das weiße Album auf der für meine damaligen Ohren fantastischen Anlage seines Bruders gehört haben. Meine Schwester hatte damals die beiden Sampler "Rotes" und "Blaues" Album. Das blaue 1967-70 lief bei mir rauf und runter, nachdem ich die Plattensammlung übernommen hatte.

Jim White

Ich spreche hier vom Jim White mit Platten wie "Wrong-Eyd Jesus" und "No such place" - also nicht vom Schlagzeuger. Auch hier, wie so oft, mag ich die eher frühe Phase. Sehr schön vertrackte alternative Country-Musik, die klanglich das Herz jeden High-Enders höher schlagen lassen. Sehr spannend, welche Dinge es nach einigen Updates der Anlage plötzlich zu entdecken gibt.